AUA zu verschenken – Lipizzaner gibts gratis dazu

Es ist ein Lehrbuch-Beispiel, wie man es nicht macht: Der Verkauf der österreichischen Staatsanteile an den durch die ÖIAG gerät zur Farce. Die dürfte es freuen: sie wird die um ein Butterbrot bekommen.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht bei Scheich Al Jaber. Dieser sollte die einst prestigeträchtige Fluglinie im Drei-Viertel-Takt durch die schlechteren Zeiten führen. Dass die damals wohl ihren Höhepunkt gehabt und den eigenen Schatten gesehen hat, erkannte wohl sogar dessen unter Alfred Ötsch. Doch mit Al Jaber begann das traurige Spiel: nach Unregelmäßigkeiten in der Kaufprüfungs- und Abwicklungsphase wurde es dem Scheich zu heiß und der Einstieg war geplatzt. Man hat den Interessenten wohl im Unklaren über bevorstehende Verluste gelassen. Ein Gerichtsprozess wird folgen.

Nach einer Zeit des Verleugnens der eigenen Lage (“wir können uns auch alleine über halten”) begannen die öffentlichen Verkaufsbemühungen – da war es bereits zu spät für einen anständigen Verkaufserlös.

Denn es gibt nicht nur die AUA als “interessanten” Übernahmekandidaten. Auch die Alitalia sucht einen Käufer. Die Luftfahrt geht schweren Zeiten entgegen, und selbst die stabilen Fluglinien wie Lufthansa müssen sich dafür wappnen. Darunter leidet die Kauflust. Wenn die AUA dann noch während der Angebotsphase hohe Verluste bekanntgibt, sollte ein vernünftiger Kaufmann die Finger von ihr lassen. Und das ist passiert: Von den ehemals sieben Bietern ist noch die Lufthansa übrig – und die lässt sich jetzt schön Zeit.

In Zeiten des Banken-Rettungspakets ist man fast versucht zu sagen: “Pfeifen wir doch auf diese paar hundert Millionen.” Denn in Staatskreisen denkt man dieser Tage eher in tausendfach höheren Beträgen zur Rettung der Banken. Da wäre es ein Leichtes, die AUA durchzufüttern. Sind doch nur Peanuts.

Alternativ könnte man die AUA auch verschenken. Wenn das auch noch zu teuer ist, könnten wir ja noch was drauflegen – vielleicht ein paar Lipizzaner?

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22. Oktober 2008 | Von Mag. J. Fischler | Kategorie: Investor | Schlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

2 Kommentare
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  1. [...] Lufthansa hat alle Karten zum Kauf der AUA in der Hand Platz der AUA Verkauf, muss der Staat zahlen AUA zu verschenken – Gute Übersicht und Analyse von [...]

  2. Solange die AUA Flieger noch fliegen, wird es keinen Verkauf geben können. Es reden zuviele mit die keine Ahnung haben. Nein, es hat nicht bei Al Jaber begonnen sondern viel früher, erinnert sich noch einer warum die ÖIAG die beiden Vorstände Rehulka und Bammer abgesetzt haben? Es war zu Zeit der Swissair Krise! Hier hat der damalige AUA Vorstand bereits erkannt, dass es an der Zeit wäre starke Partnerschaften zu schließen und den Schulterschluß zur Lufthansa zu finden. Die ÖIAG dagegen, die Führung hats dennoch gemacht und mußte gehen.
    Der zweite Fehlschritt, war es die marode Lauda Air zu übernehmen, der Vorstand hat sich gewehrt, die ÖIAG bestimmt. Lauda Air wäre damals bereits den Bach runter gegangen die AUA aber hätte notwendige Vorsorgen treffen können (Fuel Hedging, etc.) dann erst kamen 9/11 – SARS – Wirtschaftskrise ….
    Solange eine ÖIAG die Finger im Spiel hat wirds für den Staat teuer und für die Mitarbeiter traurig

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