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Barack Obama und die Banken: Eigenhandel schon bald verboten?

Banken sind derzeit ähnlich beliebt wie der Tritt in ein Hundehäufchen. Sie verursachten die schlimmste Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg, ließen sich retten und lernten daraus nur eines: Egal was passiert, der Steuerzahler wird es wieder richten. Aus den öffentlichen Geldern wurden fürstliche Gagen gesponsert, was die Welt empörte. Kanzlerin Merkel sprach von “fehlender Demut”, und auch entgleisten mehrmals die Gesichtszüge ob solcher Dreistigkeit. Nun bewegt sich doch etwas, denn dem US-Präsidenten reichts: De facto will er den Eigenhandel der Banken verbieten. Ich finde das sehr sinnvoll, doch bin ich für die Durchsetzung dieser Pläne wenig optimistisch.

Am 5.11.2007 kritisierte ich im Artikel “Was ist das Geschäft einer Bank?” die Tatsache, dass Banken schon lange vergessen haben, woher sie kommen und wer ihre Kunden sind. Der blühende Eigenhandel mit Wertpapieren, Derivaten und Unternehmensbeteiligungen führte dazu, dass der klassische Bankkunde immer öfter im Regen stehen gelassen wurde. Heute wissen wir, dass Kredite nur noch in Ausnahmefällen genehmigt werden, und der kleine Wirtschaftstreibende sehen muss, wo er bleibt. Geld von der gibt es jedenfalls keines mehr.

Die änderte wenig bis gar nichts an der Konzentration auf eigene Handelsgeschäfte und Vernachlässigung der Stammkunden. Im Gegenteil: Nun muss der klassische Bankkunde noch als Sündenbock für verhagelte Bankbilanzen herhalten, schlechtere Konditionen akzeptieren und noch höhere Kredithürden überwinden. Filialen werden geschlossen, weil sich das Kleingeschäft nicht rentiere und man sich auf gewinnbringendere Geschäfte konzentrieren müsse – wie den Eigenhandel, nur halt eben mit weniger Zockerei und mehr Vorsicht. Kurz gesagt: Der Eigenhandel hat die verursacht, und soll Schaden wieder gut machen – durch noch mehr Zockerei. Die krisenbedingt verschärfte Politik der Vorsicht und Risikoscheu im Kerngeschäft und Konzentration auf alternative Gewinnmaximierung trifft wieder die selben, kleinen Kunden, die weiterhin im Regen stehen.

Tatsächlich finde ich, dass das ein WELTWEITES Verbot des Eigenhandels der einzige Weg aus der akuten ist. Erst wenn man den Finanzinstituten das Zocken verbietet, werden sie sich wieder um “normale” kümmern und bemühen. Doch die Bankenlobby ist mächtig und der Aufschrei wird nicht lange auf sich warten lassen: “Wenn uns der Eigenhandel verboten wird, müssen die Kunden dafür bezahlen!” Tatsächlich könnten sich Bankkonditionen verschlechtern, wenn die Hochfinanz gezwungen wird, ihr Geld im Kerngeschäft zu verdienen. Ob es dann noch Kredite unter 1% Aufschlag auf den Euribor oder kostenlose Girokonten gibt, wage ich zu bezweifeln. Wo Ertragsquellen ausfallen, muss man neue Melkkühe anzapfen. Die Reaktion der Börsen ist eindeutig: Als Obama das Verbot des Eigenhandels ankündigte, rasselten die Kurse der Finanzkonzerne in den Keller. Auch daraus lässt sich ableiten, wie Banken in den letzten Jahrzehnten WIRKLICH ihr Geld verdienten: Keinesfalls mit den .

“Change”, Veränderung, hat die Hochfinanz dringend notwendig. Es ist Zeit für die Rückkehr zum Kerngeschäft. Es ist Zeit für neue Wege, gepaart mit einem traditionellen Verständnis der eigenen Rolle. Es ist Zeit für Finanzinstitute, die tatsächlich die heimische Wirtschaft finanzieren, den Zahlungsverkehr erledigen und dem Einzelnen kostengünstig den Zugang zu Finanzprodukten verschaffen. Sonst ist es höchste Zeit für sie, zu verschwinden. Zocker-Konzerne mit einem Fallschirm aus Steuergeld haben in der Informationsgesellschaft keinen Platz mehr. Viel Glück und Durchhaltevermögen, , bei der Umsetzung Ihres Vorhabens!

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22. Januar 2010 | Von Mag. J. Fischler | Kategorie: Durch die Wirtschaftskrise, Im Rampenlicht, Produkte | Schlagworte: , , , , , , , ,

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