Baukonto: wie hoch sind die Zinsen?

Dollar-Haus-Prozent-GrafikWie ich bereits in einem anderen Artikel dargestellt habe, räumt die Bank ein Baukonto ein, wenn sie ein Immobilienprojekt finanziert. Dabei kann es sich um den Kauf einer Eigentumswohnung, die Errichtung eines Einfamilienhauses oder auch ein Großprojekt eines Bauträgers handeln.

Das Baukonto wird für die Dauer der Projekterrichtung bzw. bis zur Erledigung aller Abwicklungsschritte geführt, um die diversen Zahlungen an Baufirmen, Grundstückseigentümer, Bank, Notar, Anwalt usw. vornehmen zu können. Was dann noch am Baukonto übrigbleibt, wird entweder zur vorzeitigen Tilgung von Krediten herangezogen oder ausgezahlt. Bleibt ein Minussaldo am Baukonto, ist dieser mit einem langfristigen Kredit auszufinanzieren.

Dabei ergibt sich die folgende Frage: Welchen Zinssatz bekomme ich am Baukonto? Dabei ist zwischen „Soll und Haben“ zu unterscheiden:

  • Der Sollzinssatz ist der, der Ihnen von der Bank in Rechnung gestellt wird. Sie bekommen üblicherweise einen Rahmen in der Höhe des zukünftigen langfristigen Kredites am Baukonto eingeräumt. Der Zinssatz ist Verhandlungssache, viele Banken verrechnen auf dem Baukonto einen höheren Zinssatz als für den späteren Kredit und verdienen damit nicht schlecht. Bestehen Sie jedenfalls darauf, dass für das Baukonto derselbe Zins gilt wie für den langfristigen Kredit! Weiters sollten Sie immer auf die Zinsbindung achten. Schwierig ist die Zinsvereinbarung für das Baukonto, wenn dieses später mit einem endfälligen Fremdwährungskredit ausgeglichen werden soll. Dann kann man nicht darauf bestehen, dass für das €-Baukonto nur der CHF-Zins verrechnet wird. Sehr wohl kann man aber verlangen, dass der gleiche AUFSCHLAG zur Anwendung kommt. Dieser (bewegt sich zwischen 1 und 3%) wird dann dem Euribor hinzugerechnet, was Ihre Baukonto-Kondition ergibt.
  • Den Haben-Zinssatz bekommen Sie von der Bank, ähnlich wie beim Sparbuch. Wenn Sie Ihre Eigenmittel auf das Baukonto einzahlen sollen, verhandeln Sie vorher, wieviel Sie dafür an Zinsen bekommen! Je nach Baufortschritt können die Eigenmittel längere Zeit „brach liegen“ – 1% mehr Zinsen bedeutet in Summe viel Geld, das später nicht mehr in einen Kredit umgewandelt werden muss. Auch hier gilt also: VERHANDELN! Denkbar ist ebenfalls wieder eine Bindung an den Leitzinssatz Euribor, diesmal aber nicht mit Auf- sondern Abschlag. Eine faire Lösung wäre die Vereinbarung von 1% Abschlag. Lassen Sie sich nicht mit den Standard-Girokontozinsen abspeisen, denn diese betragen oft nicht mehr als 0,125% p.a.!

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