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Bemerkenswert: Fremdwährungskredite gestoppt! Die Branche igelt sich ein.

Stopp für FremdwährungIn Zeiten wie diesen ist man an Nachrichten gewohnt, die man vor einem halben Jahr noch als Unfug abgetan hätte. Dennoch lies mich folgende Neuigkeit gestern aufhorchen: An private Häuselbauer werden derzeit von Großbanken keine Kredite in fremden Währungen mehr vergeben.

Nun ist Österreich – und hier vor allem der Westen mit Vorarlberg und Tirol – eine Hochburg der Fremdwährungskredite. Vom kleinen Häuslbauer bis zum Tourismusbetrieb versuchen Kreditnehmer, Wechselkursschwankungen, Tilgungsträgerrendite und – vor allem – den günstigen Zinssatz eines Kredites in Schweizer Franken oder Japanischen Yen auszunutzen. Viele mit Erfolg – ich sage: Eine ganze Reihe von Tiroler Betrieben hat der Fremdwährung ihren Fortbestand zu verdanken! Natürlich gibt es auch genügend Beispiele auf der Verliererseite, im Großen und Ganzen hatten wir mit dieser Kreditart aber großes .

Dieses – und damit verbunden das Risko, auch einmal Pech zu haben, hat in Zeiten der Finanzkrise offensichtlich keinen Platz mehr. Man arbeitet an neuen Regeln für das gesamte System. Transparenz, Kontrolle und vor allem Vermeidung von Risiken sind die neuen Maximen.

Der Schritt, keine Fremdwährungskredite mehr zu vergeben, wird von den Großbanken mit dem Tilgungsträgerrisiko begründet: Man fürchtet, dass Ansparprodukte für Fremdwährungen, also Wertpapierdepots oder Lebensversicherungen, in den letzten Börsenturbulenzen gelitten haben und schließlich nicht mehr für die Kredittilgung am Laufzeitende ausreichen könnten. Dass der Einbruch an den Börsen von den Banken verursacht wurde, ist dabei zweitrangig. Schon wird davon gesprochen, dass man mit den Kunden individuelle Vereinbarungen treffen muss – soll heißen: Mehr ansparen, mehr Zinsen, und raus aus der Fremdwährung. Die Vermeidung von Risiko steht über den Interessen der Kunden.

Denn ein hoher Anteil an Tilgungsträgern, die jetzt als “schlecht” angesehen werden, bietet Kapitalgarantien und Mindestrenditen. Mich würde es nicht wundern, wenn man jetzt alle Depots und Versicherungen über einen Kamm schert, zum Ausstieg aus Fremdwährung und Tiltungsträger rät und Kunden dabei am Ende wiederum draufzahlen. Die bisher sehr offensiv angebotenen Absicherungsinstrumente wie Cap und andere “Versicherungen” sind wohl nicht mehr up-to-date – oder die Banken diesen Instrumenten selber nicht mehr.

Das ist es, was ich an der derzeitigen Situation so unerträglich finde: Man rettet Banken, die ihrerseits niemanden retten werden. Risikovermeidung über alles. Keine Fremdwährungskredite mehr. Kreditvergabe nur noch bei 100%iger Sicherheit. Weg mit den riskanten Krediten, notfalls mit gerichtlicher Hilfe. Hauptsache, es geht dem schon bald wieder gut. Ethik und Moral – oder wie Herr Köhler und Frau Merkel sagen: “Demut” – sucht man in den Banken auch in Zukunft vergebens. Man lässt sich retten, schweigt nobel und fängt an, “auszumisten”. Dabei regiert die wirtschaftliche Unvernunft.

Die Folgen werden massiv sein: Die gesamte Wirtschaft wird unter dieser neuen Kreditpolitik leiden. Tausende Unternehmen werden alleine dadurch in die Insolvenz getrieben. Hunderttausende Menschen werden als direkte Folge davon arbeitslos werden. Die Konjunkturflaute wird sich zur lang andauernden Rezession steigern.

Lohnt es sich also wirklich, ein Finanzsystem zu retten, das seine Funktion nicht mehr erfüllt?

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14. Oktober 2008 | Von Mag. J. Fischler | Kategorie: Kredit und Bank | Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , ,

2 Kommentare
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  1. Sehr geehrter Herr Fischler !

    Meine Gattin hat mir gerade einige Ihrer Artikel auf den Tisch gelegt.

    Habe selber in den bgld. Bezirksblättern Kolumnen mit gleichlautender Aussage veröffentlichen können und bin froh, dass auch andere die Gefahr, die durch das Verhalten der Banken heraufbeschworen wird, sehen.

    lg Anton Leeb

  2. Lieber Herr Leeb,
    danke für Ihre Rückmeldung. Schön, wenn man nicht alleine mit seiner Meinung ist .
    LG
    J. Fischler

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