Der Fisch stinkt vom Kopf her: Mobbing als Erkennungszeichen schwacher Unternehmensführung
Ob es Mobbing bereits in der Arbeitswelt früherer Zeiten gegeben hat, oder ob es sich um ein Phänomen unserer Tage handelt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Tatsache ist jedoch, dass die bewusste und systematische Ausgrenzung einzelner Mitarbeiter leider in den meisten Fällen „erfolgreich“ ist. Die Ursachen können in Neid auf erfolgreiche Kollegen oder in deren persönlichen Besonderheiten liegen.
Sehr oft pickt man einen Einzelnen aber auch fast wahllos heraus, um den Frust über ganz andere Verhaltensweisen abzulassen – über die der Unternehmensführung nämlich. Kompetentes und überzeugendes Auftreten sucht man heute bei vielen Chefs leider vergebens. Sie sind selber verunsichert in wirtschaftlichen Krisenzeiten, da sie nicht wissen, wohin der Betrieb steuern wird. Fehlende oder überaus autoritäre Mitarbeiterführung ist die Folge.
Daraus resultieren zwangsläufig unklare Arbeitsanweisungen und insgesamt undurchsichtige Entscheidungen. Wenn die Mitarbeiter dann noch mit veralteten oder gar unsicheren Arbeitsabläufen zu kämpfen haben, sind sie schnell überfordert und somit mehr als unzufrieden. Da man nicht wagt, gegen die Oberen aufzubegehren, ist ein Mobbing-Opfer in den eigenen Reihen schnell gefunden.
Der Wunsch, einzelne Mitarbeiter auszugrenzen, kann aber auch aus der Chefetage kommen. Dort sind einem vielfach kompetente Angestellte suspekt, die einem den Posten streitig machen könnten. Mit zurückgehaltenen Informationen und insgesamt schleichender Vergiftung des Betriebsklimas kann man erreichen, dass verschiedene Mitarbeiter aus eigenem Antrieb kündigen – ein leider häufig angewandtes Mittel zur kostengünstigen Reduzierung des Personalbestands.
