Die Bank gibt mir kein Geld mehr – was tun?
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum die Bank jemandem kein Geld mehr geben möchte. So kann es sein, dass Kreditraten nicht bedient wurden (was kann mir dabei passieren?) oder negative Auskünfte aufgetaucht sind, etwa von KSV oder Schufa. Banken holen regelmäßig Informationen ein und versuchen so, das Kreditrisiko zu begrenzen. Es ist vorstellbar, dass Sie eine Versandhausrechnung trotz Mahnung nicht bezahlten und über den Umweg Schufa/KSV Schwierigkeiten mit Ihrer Bank bekommen. Vielleicht haben Sie Ihr Konto auch längere Zeit überzogen und sind so in den bankinternen “Risikotopf” gefallen? Oder Ihre Bilanzen haben sich verschlechtert, Sie haben Ihren Arbeitsplatz verloren oder einen neuen Bankbetreuer bekommen, der den Auftrag hat, Sie aus anderen Gründen loszuwerden?
Wie Sie sehen, gibt es eine “nach oben offene” Liste an Gründen, warum die Bank den Geldhahn zudrehen kann. Das bedeutet: Vor man an weitere Schritte denkt, sollte man versuchen, den Gründen auf die Spur zu kommen. Wenn diese nicht offen ersichtlich sind, sprechen Sie Ihre Bank darauf an. Reagieren Sie darauf keinesfalls vorschnell und unüberlegt, sondern nehmen Sie die Begründung seitens der Bank neutral auf und sagen Sie zu, nach Lösungen zu suchen, auch wenn es Ihnen schwerfallen mag. Erst in einem weiteren Gespräch können Sie versuchen, einen gemeinsamen Weg mit der alten Bank zu finden. Die eigenen Fehler einzugestehen, wird Ihnen dabei als Stärke ausgelegt!
Keinen Sinn macht es, wahllos zu anderen Banken zu laufen und um eine Umschuldung anzusuchen (Warum?).
Wenn es mit der alten Bank keine gemeinsame Zukunft gibt, wird man sich früher oder später eine neue suchen müssen. Unbedingt notwendig ist die seriöse und umfassende Vorbereitung auf das dann anstehende Kreditgespräch (wie bereitet man sich vor?).
Sie können darauf wetten, dass die Frage auftaucht: “Warum wollen Sie zu uns, was ist mit Ihrer alten Bank?” Hier gilt: Nicht zuviel schimpfen, und ehrlich und offen darlegen, woran es liegt. Wenn Sie sich abfällig und negativ zur alten Bank äußern, wird das eher zu Ihrem Nachteil ausgelegt – schließlich kochen alle Banken mit demselben Wasser, und Banken unterscheiden sich nicht wirklich voneinander. “Wenn Sie dort Schwierigkeiten hatten, haben Sie sie vermutlich auch hier!” denkt sich der Banker.
Gelingt die Umschuldung , werden bestehende Konten und Kredite übertragen. Dieses Spiel sollte man nicht zu oft machen, denn 1) ist es teuer und 2) werden irgendwann die Banken ausgehen. Schnell spricht es sich in der Bankenszene herum, dass Sie da und dort Schwierigkeiten hatten und daher kein “Wuschkunde” sind.
Ist die Umschuldung nicht möglich, und weiteren Geldquellen nicht aufzutreiben, bleibt als letzter Ausweg noch der Gang in die Unternehmens- bzw. Privatinsolvenz.

