Die Kapitalvernichtung beschleunigt sich
Angesichts weltweit zweistelliger Verluste an den Aktienmärkten im laufenden Jahr und dem vorangegangenen Katastrophenjahr, erlaube ich mir, auf folgende kritischen Entwicklungen hinzuweisen, die darauf hindeuten, dass uns das dicke Ende noch bevorsteht und dass die Krise noch lange nicht vorbei sein könnte:
Der Stock Trader´s Almanac 2005 hat sämtliche Bullen- und Bärenmärkte seit 1900 aufgelistet und zeigt, dass der verhältnismäßig ruhige Dow Jones Index in einem Bärenmarkt durchschnittlich binnen 406 Tagen 30,8 Prozent an Wert verlor. Im Jahr 2008 betrug das Minus 33,8 Prozent. Das entspricht exakt der Entwicklung des drittschlechtesten Jahres seit 1901, nämlich 1930. Betrachtet man die Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932 und das damalige Minus von 89,4 Prozent so könnten die bisherigen Verluste auch diesmal erst der Anfang sein. Für diese provokante These sprechen folgende Fakten:
Flucht in trügerische „Sicherheit“:
Die abnehmende Risikofreude der Marktteilnehmer führte dazu, dass am 18. Dezember 2008 die Umlaufrendite zehnjähriger U.S.-Treasury Notes vorübergehend auf 2,04 Prozent zurückging und somit den niedrigsten Stand seit den frühen 50er-Jahren erreichte, während einen Tag zuvor die Umlaufrendite 30jähriger U.S.-Treasuries auf ein Alltime-Low von 2,52 Prozent fiel. In Deutschland hingegen befindet sich der Bundfuture in einem starken Aufwärtstrend.
Explodierende High Yield Spreads:
Indessen erreichen die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen unter Investment Grade (BBB-) ein historisch hohes Niveau: Bis 15. Dezember 2008 kam es zu einem Anstieg der High Yield Spreads (Zinsdifferenzen zwischen High Yield Bonds und US-Staatsanleihen) auf 2.182 Basispunkte, was einer durchschnittlichen High Yield Bond-Umlaufrendite von ca. 24 Prozent entsprach. Im Vergleich dazu lag der Spitzenwert der vergangenen Rezession im Oktober 2002 bei 1.120 Basispunkten. Die jüngsten Spitzenspreads antizipieren die höchsten Ausfallsraten seit der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre. Nach dem Bankencrash droht die Versicherungskrise während die Automobilindustrie weltweit eine Massenkarambolage erleidet. Zerstörerische Kettenreaktionen sind vorprogrammiert.
Totalabsturz der Frachtraten:
Der Baltic Dry Index als Gradmesser für die Seefrachtraten brach seit dem 52-Wochen-Hoch am 20.05.2008 vorübergehend um über 94 Prozent ein ehe wieder eine Verdreifung einsetzte. Dies deutet auf ein Erlahmen Realwirtschaftlicher Aktivitäten hin.
Massive Kapitalvernichtung:
Weltweit wurden an den Aktienmärkten bereits ca. 35 Billionen US-Dollar vernichtet und seit dem Höhepunkt an den US-Immobilienmärkten, im 2. Quartal 2006, fielen Preise für Eigenheime bis Dezember 2008 um 26,7 Prozent. So sind die jüngsten deflationären Tendenzen in den USA mit einer Nullinflation im Jänner, der niedrigsten Steigerung der Verbraucherpreise seit 1955 eine klare Konsequenz dieser vermögensvernichtenden Abwärtsspirale.
Verlustbringende Volatilitäten:
Auf die starken Einbrüche folgen auch immer wieder kräftige Rebounds, wodurch die Volatilitäten explodieren. Diese Entwicklungen werden von den Optionsmärkten eingepreist und in den Volatilitätsindizes, VIX (Chicago Board of Trade: implizite 30-Tages-Vola der S&P 500 Index-Optionen) oder VDAX, ausgedrückt. Letzterer gilt als Angstbarometer, dessen Berechnungsgrundlage die Preise der Optionen auf DAX-Titel an der Terminbörse EUREX sind. Der alte VDAX (Einführung am 5. Dezember 1994) gibt die implizite Volatilität des DAX über 45 Tage an, während die neue Berechnungsmethode (VDAX-New seit 20. April 2005) nur noch einen Horizont von 30 Tagen vorsieht. Der V-DAX, dessen 52-Wochen-Tief noch bei 16,37 lag, explodierte am vorläufigen Höhepunkt der Krise auf ein 10-Jahres-Hoch von 74,00 Punkten. Der VIX erreichte am 24. Oktober 2008 sogar einen Spitzenwert von 89,53 Punkten. In der vorangegangenen Niedrig-Vola-Phase Ende 2006 / Anfang 2007 wurden Werte in der Größenordnung von 10 bis 12 Punkten gemessen.
Mit den hohen Volas steigen auch die Verlustrisiken. Die größten Verlustjahre im Dow Jones waren geprägt von hohen Schwankungsbreiten. Das belegt auch eine empirische Untersuchung von Crestmont Research. Von Anfang 1962 bis Ende Jänner 2007 wurden im S&P 500 Index die Zusammenhänge zwischen Volatilität und Gewinnchancen analysiert:
Das Viertel (Quartil) an Monaten mit der niedrigsten Tages-Schwankungsbreite von maximal einem Prozent zeigte in 70 Prozent der Fälle eine positive Performance. Der Gewinnerwartungswert dieser Monate war mit 1,3 Prozent am höchsten, verglichen mit einem Verlusterwartungswert von –0,4 Prozent im volatilsten Quartil mit Schwankungsbreiten zwischen 1,8 bis 4,8 Prozent. Die Gewinnwahrscheinlichkeit sank hier auf 44 Prozent. Bei den untersuchten Jahren 1962 bis 2006 zählte ebenfalls das ruhigste Viertel aller Jahre zu den Gewinnern und zwar in 91 Prozent der Fälle. Allerdings lag der Gewinnerwartungswert im zweiten Quartil mit 14 Prozent am höchsten, da in Jahren mit durchschnittlichen Tages-Schwankungsbreiten zwischen 1,0 und 1,5 Prozent im Gewinnfall im Schnitt ein Plus von 19,1 Prozent verzeichnet wurde. Doch das günstige Chancen Risiko-Verhältnis spricht eindeutig für Investments in extrem ruhigen Börsenphasen, denn ein Gewinn von durchschnittlich 14,3 Prozent im positiven Fall stand lediglich einem durchschnittlichen Verlust von 1,5 Prozent im negativen Szenario gegenüber, woraus ein allgemeines Chancen/Risiko-Verhältnis von 9,53 (14,3 / 1,5) resultiert verglichen mit 2,12 im zweiten Quartil aller Jahre und 0,81 im schlechtesten Viertel mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von nur 42 Prozent.

Mit der Krise, da habe ich mir auch schon viele Gedanken gemacht. Das letzte Mal, dass es sowas gab, war ja wohl 1929. Ich finde, es ist vor allem auch schwer zu sagen, was danach kommt. Damals 1929 ging es ziehmlich Berg ab.(siehe: http://www.weltwirtschaftskrise.net Wikipedia.de und dhm.de) Ob die Weltwirtschaftskrise 2009 ähnlich schlimm wird??? Und was macht man mit seinem Geld? Kommt nach der Deflation eine Inflation? Kann man in stabile Unternehmen an der Börde investieren, solche, die von der Weltwirtschaftskrise 2009 und 2010 nicht so betroffen sind?
Nochmal zur Frage nach dem danach: schon jetzt sieht man ja, dass es China und Indien nicht so stark erwischt. Ich glaube, beide werden nach der Krise eine viel größere Rolle spielen, als heute. Das sieht man schon daran, dass China jetzt ernsthaft den Dollar als Weltwährung in Frage stellt. Man darf gespannt sein, wie die Weltwirtschaft in 20 Jahren aussieht