Die Rezession nimmt Gestalt an – Es gibt keine Oase der Stabilität mehr!
Der Abschwung gewinnt an Dynamik und reißt zunehmend mehr Länder in die Tiefe der Rezession:
Im vierten Quartal 2008 schrumpfte Japans Wirtschaft um annualisierte 12,7 %, während in den USA die zweite annualisierte BIP-Wachstumsschätzung für das 4. Quartal eine Revision von –3,8 auf –6,2 % ergab. In Europa sieht es übertragen auf den gleichen Maßstab ähnlich schlecht aus. Sowohl in der EU27 als auch in der Eurozone ist das BIP gegenüber dem Vorquartal auf ein Jahr hochgerechnet um 5,9 % geschrumpft. Vergleicht man das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2008 mit jenem des Vergleichszeitraumes des Vorjahres (Q 4 2007) so schrumpfte Japans Wirtschaft um 4,6 %. Sowohl die Eurozone als auch die EU27 verzeichneten einen Rückgang um 1,3 %, während sich das BIP in den USA mit –0,8 % noch an Stabilsten entwickelte.
Der Abschwung gewinnt vor allem innerhalb Europas an Breite und das Welthandelsvolumen beginnt zu schrumpfen.In diesem Umfeld als die größten Verlierer mit dem stärksten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal (gegenüber Vorjahreszeitraum) herauskristallisiert haben sich Lettland (10,5 %), Estland (9,4 %), Schweden (4,4 %), Dänemark (3,8 %) und Italien (2,6 %). Als die größten Gewinner noch Zuwächse erzielten hingegen Bulgarien (3,6 %), Polen (3,1 %), Zypern (3,0 %), Rumänien (2,9 %) und die Slowakei (2,7 %). Doch auch in diesen Ländern beschleunigt sich der Abschwung.
Österreich zeigte sich im vierten Quartal mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 % ebenfalls noch bemerkenswert robust. Fremdenverkehr und eine klein- und mittelbetriebliche Wirtschaftsstruktur sorgen für mehr Stabilität. Doch wenn die Ostkrise erbarmungslos zuschlägt und tatsächlich bei österreichischen Banken in Osteuropa ein Kreditvolumen von 23 bis 30 Milliarden Euro ausfällt, kann es kritisch werden. Denn wenn das österreichische Bankensystem verstaatlicht wird, kann von einem im Gegensatz zu früher wesentlich restriktiveren Kreditmanagement der Banken ausgegangen werden. Die Folge wäre, dass zahlreiche Hotels, Klein- und Mittelbetriebe sich nicht mehr refinanzieren könnten und deren sicherer Konkurs vorprogrammiert ist. Alleine anhand dieses Beispiels erkennt man, dass noch zahlreiche Bomben ticken. Der Abschwung hat seine volle Wirkung noch nicht entfaltet.
Fazit: Das dicke Ende kommt noch und die globale Vernetzung der einzelnen Volkswirtschaften lässt dieses Mal keine Oasen der Stabilität mehr entstehen. Dem Abschwung kann sich somit kein Land mehr entziehen.
