Die Risiken des Fremdwährungskredits
Kredite in fremder Währung, wie etwa dem Schweizer Franken (CHF), Japanischen Yen (JPY) oder dem US-Dollar (USD) sind eine beliebte Kreditart, vor allem dann, wenn es um höhere Summen geht. So nehmen viele Familien diese Kredite auf, wenn sie sich ihr Eigenheim leisten. Ebenso wollen viele Unternehmen von dem Möglichkeiten und Gewinnchancen der Fremdwährungskredite profitieren.
Doch wo Licht ist, da findet man auch Schatten, und so können alle Chancen, die sich in Bezug auf Kredite in fremder Währung ergeben, auch zum Risiko werden. Es gilt, genau auf die Entwicklung von Kursen, Zinsen und Ansparprodukten (bei Endfälligkeit) Acht zu geben. Wenn Sie das selbst nicht können oder nicht wollen, gleich vorab der Rat: lassen Sie sich kompetent vertreten und beraten – nicht nur von der Bank!
Zu den wesentlichen Risiken der klassischen Fremdwährungskredite:
- Zinsänderungsrisiko: Man macht Fremdwährungskredite vor allem dann, wenn der Leitzinssatz unter dem des Euro liegt. Wenn jetzt z.B. die FED oder die Schweizer Nationalbank SNB beschließen, den Zinssatz für US-Dollar oder Schweizer Franken anzuheben, kann dieser Zinsvorteil verschwinden und der Kredit genauso teuer kommen wie ein €-Kredit.
- Wechselkurs-Änderungsrisiko: Viele Kreditnehmer konnten in den letzten Jahren davon profitieren, dass USD, JPY und CHF abgewertet haben, also schwächer wurden. Dadurch wurde der Kreditbetrag in € umgerechnet weniger wert, also ist auch weniger zurückzuzahlen. Doch Wechselkurse können und werden sich auch gegenteilig entwickeln, und schnell ist der Kredit in € gerechnet 5-10% höher als bei Aufnahme!
- Entwicklung des Tilgungsträgers/Ansparprodukts: Wenn Sie den Fremdwährungskredit endfällig abgeschlossen haben, müssen Sie erst am Ende der Laufzeit den gesamten Kreditbetrag auf einmal zurückzahlen. Damit Sie sich das auch leisten können, wird gemeinsam mit der Kreditaufnahme ein Tilgungsträger (Ansparprodukt wie Lebensversicherung oder Wertpapierdepot) abgeschlossen und auf diesen laufend Beträge angespart. Je nach Risko dieses Produkts kann man bereits angesparte Werte wieder verlieren – etwa bei Einbrüchen an den Börsen.
WICHTIG: Fremdwährungskredite sind hochspekulative Konstruktionen. Das Risiko ist mit Absicherungsinstrumenten wie Zins- und Währungsversicherungen (CAP, Devisentermingeschäfte, …) nur teilweise in den Griff zu bekommen. Doch diese Kredite können durchaus lukrativ für den Kreditnehmer werden. Sie sollten aber von vornherein einen langen Atem haben und sich den Kredit auch in € leisten können. Als Sanierungsinstrument sind diese Kredite gänzlich ungeeignet. Rechnen Sie auch mit den gegenüber €-Krediten höheren Gebühren, Wechselspesen und Provisionen!
