Die Unternehmensführung und die Funktionen Gesamtleitung, Organisation, Revision, Kommunikation und Personalmanagement
Kompetenzen in Unternehmen | Teil 11 der Serie Businessplan
Die Aufgaben und Herausforderungen im Management füllen mehrere 100 Bücher. Da ist alles vertreten, vom nüchtern-wissenschaftlichen bis zum esotherischen Ansatz. Was in einem Jahrzehnt das Maß aller Dinge ist, wird im nächsten in der Luft zerrissen. Tatsächlich ist es nicht möglich, die einzig richtige Beschreibung der Unternehmensführung zu liefern. Ich möchte hier einen kurzen Überblick geben, was meiner Meinung nach in den Aufgabenbereich des Leitungsorgans eines Unternehmens fällt.
Der Geschäftsleitung obliegt es, das Unternehmen wie ein großes, schweres Schiff zum Erfolg zu lenken. Dazu ist es notwendig, dort wichtige Kontroll- und “Steuerungs”-Kompetenzen anzusiedeln. Dazu gehört zum Beispiel die Organisation. Es ist Chefsache, effiziente Abläufe im Unternehmen zu ermöglichen, diese zu überwachen und laufend zu verbessern. Dabei sollte jedem Mitarbeiter größtmögliche Klarheit über seinen Verantwortungsbereich verschafft werden. Nichts ist schlimmer, als Mitarbeiter im Unklaren arbeiten zu lassen. Die Unternehmensführung besetzt wichtige Positionen und hat die letzte Verantwortung für das Personal. Laufen die Dinge nicht rund oder gibt es sogar Verstöße gegen Richtlinien, so kann nur die Geschäftsleitung mit schnellen Maßnahmen weiteren Schaden vom Unternehmen abwenden. Es heißt nicht umsonst: “Der Fisch fängt beim Kopf zu Stinken an!” Um überhaupt auf solche Unregelmäßigkeiten zu stoßen, braucht die Führung die interne Revision. Diese kontrolliert, ob sich alle Mitarbeiter an des interne Regelwerk halten.
Es ist nicht die Aufgabe der Leitungsorgane, dass Tagesgeschäft zu meistern oder Routineaufgaben zu übernehmen. Sehr wohl gehört die Gesamtverantwortung über den Vertrieb hierher. Auch die Betreuung der wichtigsten Kunden (“Key Account Management”) sowie die Repräsentation des Unternehmens nach außen sind Aufgaben der Unternehmensführung. Selbstverständlich gibt es hier viele Abstufungen je nach Größe des Unternehmens. Je größer ein Betrieb ist und je mehr Mitarbeiter er beschäftigt, umso eher muss sich die Chefetage koordinierenden und lenkenden Tätigkeiten zuwenden und Stabsstellen wie zum Beispiel die interne Revision, die Organisation, die Personalabteilung oder die Kommunikationsabteilung zur eigenen Unterstützung schaffen.
Das Beschwerdemanagement ist ebenfalls eine wichtige Aufgabe der Unternehmensführung. Schnell und kompetent auf Reklamationen zu reagieren, hat hohes Kundenbindungspotential. In Zusammenarbeit mit Management und Produktion gilt es, hierfür die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen.
Für unseren Businessplan sollte ebenfalls klar sein, wer die Gesamtverantwortung übernimmt. Im Idealfall ist dies zugleich die Person, die die ursprüngliche Idee hatte und die beste Vorstellung von der weiteren Entwicklung hat. Zu den Aufgaben gehört es,
- das Ziel und den Zeitplan zu kennen und vorzugeben
- Teilprojekte an Teammitglieder zu delegieren
- Diskussionen zu moderieren
- Ergebnisse zusammenzufassen
- Konflikte zu schlichten
- das Projekt in seiner Gesamtheit zur Umsetzung zu bringen
Heute ist das “große, schwere Schiff” noch eher ein Ruderboot. Sie werden vielleicht alleine drinsitzen, angestrengt rudern und den Kopf verdrehen, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Doch jede Person, die dazukommt, übernimmt eine Aufgabe von Ihnen. Das entlastet Sie. Auf der anderen Seite kommen neue Aufgaben hinzu, die Sie als One-Man-Show nicht hätten, wie die Selektion, Kontrolle und Mediation. Da können Sie nicht gleichzeitig rudern und verkehrt herum im Boot sitzen. Wer führt, muss hinten stehen (!)
Sie steuern das Ziel an und geben den Takt vor.
Können Sie diese Funktion übernehmen? Wenn nicht, wer?
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