Finanzwesen und Buchhaltung – schon jetzt für den Existenzgründungsplan notwendig?
Kompetenzen in Unternehmen | Teil 14 der Serie Businessplan
Last but not least behandeln wir Finanzwesen und Buchhaltung. Während die Buchhaltung in der Gründungsphase eines Unternehmens nur am Rande relevant ist, kommt dem Finanzplan schon jetzt wesentliche Bedeutung zu. Er fasst sämtliche Ideen und Details der Planung zu einem Zahlenwerk zusammen. Der Finanzplan lässt erkennen, ob sich das Planungsteam ausreichende Gedanken zur Wirtschaftlichkeit gemacht hat und mit den vorgesehenen finanziellen Mitteln das Auslangen finden könnte. Schließlich will ein Investor – ob dies nun die Bank oder ein anderer Kapitalgeber ist – wissen, auf welches Risiko man sich einlässt und welchen Gewinn man erzielen kann. Niemand hätte eine Freude damit, anderen Menschen Geld zu leihen, dass man dann nicht mehr zurückbekommt, weil das Projekt schiefgeht. Vor allem private Investoren sind sehr daran interessiert, in kurzer Zeit hohe Renditen zu erwirtschaften. Auch wenn der Finanzplan nur einen Näherungswert darstellen kann, ist er doch ein essenzieller Bestandteil des Gesamtplans. Wer sich nicht ernsthaft damit beschäftigt, wird auch kein Kapital bekommen.
Den wenigsten Unternehmensgründern wird es möglich sein, sämtliche Investitionen und laufende Ausgaben der Anfangszeit aus der eigenen Tasche zu bestreiten. Gleichwohl werden die Hauptverantwortlichen im Unternehmen auch wirtschaftliche Verantwortung zu tragen haben, sei es über eingebrachte Eigenmittel, private Sicherheiten oder die persönliche Haftung für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Warum soll ein Investor riskieren, wenn Sie es nicht tun? Auch das muss aus dem Geschäftsplan eindeutig hervorgehen.
Wiederum gilt es, Menschen zu überzeugen, und deren Begeisterung zu wecken. Das Finanzwesen sollte mit jemandem besetzt werden, der/die über den entsprechenden Background verfügt. Dieser kann in der Ausbildung oder der Berufserfahrung liegen. Idealerweise finden Sie einen Partner, der bereits mit Kapitalgebern zu tun hatte und für den Kredite und entsprechende Vereinbarungen kein Neuland darstellen. Verlassen Sie sich bezüglich des Kapitals nicht zu sehr auf das klassische Bankwesen. Die Veränderungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass Banken sehr viel strenger prüfen und neue Projekte nur noch ungern mit finanziellen Mitteln ausstatten. Für ihr Projekt könnte es notwendig sein, private Kapitalgeber wie zum Beispiel Venture-Capital-Firmen, Business Angels oder Mezzanin-Finanzierer aufzutreiben. Die Komplexität dieser Geschäftsarten erfordert entsprechende Kompetenz, die idealerweise direkt im Unternehmen angesiedelt wird. Auch wenn es mittlerweile ein umfangreiches Beratungsangebot am Markt gibt, bleibt die Beratung die teurere Variante, mit stark schwankender Qualität. Widmen Sie sich selbst dem Finanzwesen oder suchen Sie langjährige Partner, die das Projekt mittragen und deren Interesse einer gesunden Unternehmensentwicklung gilt.


Die schönste Idee ist wertlos wenn Ertrag und Kosten nicht in einem zumindestens ausgeglichenen Verhältnis stehen. Wie schmerzhaft es für den Ideengeber auch sein mag, dieser Fakt steht unumstößlich, machmal eben auch gegen eine Idee. Meiner Meinung nach sollte der Finanzplan von Anfang an mitbearbeitet, fortlaufend ergänzt und bei greifbar- realistischen Ergebnissen offiziell gemacht werden. Je füher, umso besser. Nichts ist schlimmer als ein fertiger Businessplan mit einem Finanzplan der die Unrentabilität der Unternehmung deutlich macht.
Hallo Mandy! Ich denke auch, dass man so bald als möglich damit beginnen sollte, zahlenrelevantes Material wie Angebote, Preislisten, Medienartikel und Ähnliches zu sammeln. Geht es schließlich um die Endfassung, fällt die Finanzplanung schon wesentlich leichter. Auch wenn es vielen Gründern in ihrer Begeisterung schwerfällt, die Zahlen müssen stimmen, und nicht nur stimmend gemacht werden. Und so macht man den Finanzplan nicht für “Irgendwen”, sondern zuerst für sich selbst. Das geht aus Ihrem Kommentar sehr schön hervor, danke!