Geld

Was ist “” in unserem Verständnis? Ist das eine banale Frage? gehört zu unserem täglichen Umgang wie Kleidung oder Nahrung. Ganze Generationen sind in dem festen Glauben an das aufgewachsen, ohne jemals seine Entstehung, seinen Zweck oder den eigentlichen Wert des Geldes zu hinterfragen. Gerade die aktuelle Finanzkrise macht es jedoch notwendig, mehr über das zu wissen.

Geld dient uns als sogenanntes Zwischentauschmittel. Es wird von uns hauptsächlich zum Tausch gegen andere Güter verwendet. Wir bekommen Dinge des täglichen Bedarfs wie auch Großanschaffung gegen die Hingabe von Geld. Dieses System funktioniert solange, als alle Marktteilnehmer an den Wert des Geldes glauben.

Am Anfang des Geldes wurden knappe Güter wie , Silber oder Muscheln als Geld eingesetzt. Sie verkörperten einen eigenen, inneren Wert. Das bedeutet, dass das Geld (oder ) selbst ein begehrter Wert war.

In unserer jüngeren Geschichte wurde das Wertgeld von der Wertverbriefung abgelöst. Ein Geldschein oder eine Münze waren eine Art Gutschein, bei einer zentralen Stelle Gold, Silber oder andere Werte gegen Hingabe dieses Scheines oder dieser Münze zu erhalten. Währungen waren an vorhandene Goldbestände gebunden.

Heute ist alles anders: Geld ist bedrucktes Papier (eigentlich nicht mal das – Stichwort Fiat Money) ohne inneren Wert oder Tauschmöglichkeit in andere Güter. Wir glauben an den Wert des Geldes, weil wir es so gelernt haben bzw. gewohnt sind, Waren oder Dienstleistungen mit Geld kaufen zu können. Für die ist es sehr angenehm, dass wir an das Geld glauben, obwohl es keinen Wert hat: Nur so ist es möglich, durch konstantes Gelddrucken die Geldmenge zu erhöhen, die Wirtschafts- und Finanzkrise zu bekämpfen und den ansonsten unabwendbaren Zusammenbruch unseres Finanzsystemes aufzuhalten.

Damit sind und Zentralbanken von jeder Leistungsverpflichtung den Bürgern gegenüber entbunden: Wenn der Glaube an das Geld verloren geht, können wir uns damit auch nichts mehr leisten und Geld wird auch psychologisch zu dem, was es physisch bereits ist: bedrucktes Papier.

Geschrieben am 3. Januar 2009

3 Kommentare
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  1. Geld ist (in unserem Finanzsystem) vor allem Kredit. Wenn nicht — einzig und allein Kredit. Einen sehr guten Artikel hierzu findet man zum Beispiel bei weissgarnix.de.

  2. leider muss ich saviano zustimmen.

    nur der kleinste teil unseres geldsystem beruht überhaupt noch auf bargeld, der viel grössere ist buchgeld, dass durch kreditausweitung entsteht.

    gruss
    eachtradingday

  3. Klar, Geld ist heute zum größten Teil eine rechnerische Größe und besteht in Bits und Bytes statt Papier. Das macht den “Glauben an den Wert des Geldes” nur noch schwieriger.

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