Gezielte Angriffe auf die Geldwertstabilität
1929 herrschten viel solidere Rahmenbedingungen als heute, weshalb die gegenwärtigen Konjunkturbelebungsmaßnahmen langfristig sogar die Finanzkrise verschärfen. Geldentwertung und ein Zinsschock sind vorprogrammiert.
Als am 2. Juli 1932 Franklin D. Roosevelt als demokratischer Präsident nominiert wurde und dann im März 1933 sein Amt antrat, lag die Wirtschaft bereits in Trümmern: Zwischen 1929 und 1932 fiel das jährliche Bruttoinlandsprodukt der USA von 103,1 auf 58,0 Mrd. US-Dollar. Die wirtschaftliche Kontraktion hielt 43 Monate, nämlich von August 1929 bis März 1933, an. Innerhalb von 34 Monaten fiel der Dow Jones Industrial Average um 89,2 %. Über 5.000 Banken mussten schließen. Die Arbeitslosenquote stieg von 3,2 % auf 21,1 % und die Warenpreise stürzten um 40 %.
Der Zusammenbruch hat gerade erst begonnen
Heute hingegen scheint der Große Teil der Durststrecke noch vor uns zu liegen. Die US-Wirtschaft hat im 3. Quartal 2008 gerade erst mal damit begonnen von einem Wachstum von 2,8 % im Vorquartal in eine leichte Schrumpfung im Ausmaß von 0,5 % überzugehen, die sich im vierten Quartal auf 3,8 % beschleunigte. Die Abschwungsignale überschlagen sich: Vorübergehend sind seit dem Jahreshoch 2008 die Seefrachtraten um über 94 % eingebrochen, während im November die Auftragseingänge des deutschen Maschinenbaus um 30 % in einer historischen Dimension einbrachen. Im Dezember schrumpften die US-Einzelhandelsumsätze um 2,7 %, während zunehmend mehr Bankengiganten ohne staatliche Hilfe nicht mehr überlebensfähig sind. Darüber hinaus befinden wir uns heute in einer globalen Schuldenkrise, eingebettet in ungünstige Rahmenbedingungen, während in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts lediglich eine spekulative Blase an den Aktien- und Immobilienmärkten platzte. Die Gesamtverschuldung der US-Wirtschaft betrug Ende der 20er-Jahre knapp 160 % des BIPs, verglichen mit 384 % heute. Dabei blieb ein Spezifikum der heutigen Zeit, nämlich ein laut BIZ weltweites Derivate-Volumen von 863 Billionen US-Dollar bzw. von mehr als der 15fachen Weltwirtschaftsleistung, unberücksichtigt.
Die Sparquote war in den 20er-Jahren wesentlich höher. Vor allem Unternehmen wirtschafteten vorsichtiger. Zwischen 1910 und 1950 hatten die meisten der 10 größten US-Unternehmen mindestens 70 Cent an liquiden Mitteln für jeden Dollar an Schulden. Heute werden nur noch 10 Cent pro Dollar Schulden gehalten, woraus ein niedrigerer Sicherheitspuffer und eine höhere Konkursanfälligkeit bei Großunternehmen resultieren.
Anhaltende Krise oder Zinsschock
Nun soll der ganze globale Schuldenturm durch die „Heldentaten“ eines geschulten Rhetorikers, nämlich Barack Obama, aufgehalten werden. Letzterer weckt mit seinem „Green-Recovery-Plan“, der über eine Dekade jährlich 15 Mrd. US-Dollar für erneuerbare Energien vorsieht und zur Schaffung von 5 Mio. grünen Arbeitsplätzen führen sollte, Erinnerungen an den „New Deal“. Doch das jüngste 787 Mrd.-US-Dollar-Konjunkturpaket (5,8 % des BIPs) ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Diese Größenordnung ist vergleichbar mit jener des staatlichen Konjunkturprogramms von 1934, das zu einer Neuverschuldung von 6 % des BIPs führte und lediglich eine kurze Erholung einleitete. Erst die Kriegswirtschaft mit einer Neuverschuldung von 28 % des BIPs im Zeitraum von 1942 bis 1945 verschaffte Abhilfe. Derartige Maßnahmen sind heute angesichts der hohen Altverschuldung wie ein Tanz auf den Vulkan, der jederzeit in Form explodierender Zinsen für Staatsanleihen auszubrechen droht, zumal die Bereitschaft und auch Fähigkeiten der asiatischen Notenbanken und Staatsfonds nachlässt, die permanenten Defizite der USA zu finanzieren. Obama bleibt nur noch die Wahl zwischen vielen mageren Jahren oder einem plötzlichen Zinsschock und noch ärgerer Probleme.
Zuletzt wurden die Weichen für eine expansivere Geldpolitik der Notenbanken und weltweit explodierende Staatsausgaben gestellt (US-Politik hat weltweit Signalwirkung). Die als „quantitative Erleichterung“ bezeichnete Unsitte des letztendlichen Ankaufs von Anleihen schlechter Bonitäten mit frisch gedrucktem Geld der Notenbank wird langsam nach Europa exportiert. Die EZB zeigt sich nämlich offen für derart „unkonventionelle Maßnahmen“, während die österreichische Regierung eine Art „Marshall-Plan“ für Osteuropa im Volumen von 150 Milliarden Euro propagiert. Die Stabilitätskriterien von Maastricht wurden dabei offensichtlich über Board geworfen. Plötzlich sitzen die Milliardenbudgets der Politiker locker. Doch dies geht alles auf Kosten der Geldwertstabilität. Langsam aber sicher kristallisiert sich ein erneutes Inflationsszenario heraus, das durch steigende Edelmetallpreise als Frühindikatoren bereits seine Schatten voraus wirft.

Guten Tag! Was bedeutet das konkret für den Ottonormalo?
Definition meines Ottonormalo:
Frau und Kind
Autoraten abzuzahlen
abgezahlte Eigentumswohnung
Erspartes ca. 5 Nettojahreseinkommen auf Depots
Abgesehen vom Arbeiten und Ärmel hochkrämpeln weiss ich bei einer derartigen Perspektive nicht weiter.
Man sollte bei der Geldanlage auch Goldmünzen als Inflationsschutz (Gewichtung 6 %) berücksichtigen. Mündelsichere Staatsanleihen hingegen sollten mit engen Stopps abgesichert werden. Besser als Alternative in kurzlaufende Bundesschätze gehen. Mehr dazu in: http://www.bundesschatz.at
hallo, findest du aber nicht, dass der Goldpreis bereits jetzt jenseits von gut und böse ist? jetzt noch einsteigen?
Natürlich kann es zwischenzeitlich immer wieder zu kleineren Rückschlägen kommen. Doch Fakt ist, dass Papiergeld im Vergleich zu Gold in den vergangenen Jahrzehnten regelrecht entwertet wurde und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der Goldpreis explosionsartig ansteigt. Wenn trotz kfr. deflationärer Tendenzen der Goldpreis wieder nahe 1000 Dollar je Unze ist, so ist dies aus marktpsychologischer Sicht ein enormes Stärkesignal.
Was sind derzeit kurzlaufende Bundesschätze ?
zu finden unter: http://www.bundesschatz.at