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Hotels in Tirol: Sicher vor der Krise?

Wieder einmal scheint die große Beruhigung angesagt. Bereits im Dezember äußerten sich die heimischen Interessensvertreter der Touristiker erstaunlich gleichgültig zur Wirtschaftskrise. Die Wirtschaftskammer wiegte – und wiegt – ihre Mitglieder nach wie vor in . Ist das wirklich die richtige Taktik, mit der Krise umzugehen? Ich denke nicht!

So las ich heute in einer Tageszeitungs-Beilage der WK Tirol, man sei mit dem laufenden Winter durchaus zufrieden und erhoffe sich sogar eine neue Rekordsaison. Zwar liege man mit den Frühbuchungen für den kommenden Sommer noch etwas hinter Plan, aber auch hier sei man zuversichtlich, dass dem guten Winter ein ebensolcher Sommer folge.

Ich halte es für grundfalsch, Mitglieder (für die man als Wirtschaftskammer ja auch irgendwie verantwortlich ist) in zu wiegen, wo es keine gibt. Denn was wissen wir schon über die bevorstehenden, schwierigen Zeiten? Wir können höchstens die Geschichtsbücher aufschlagen und nachlesen, was in einem solchen Fall passiert ist (passieren kann!). Nichts ist fix, und am wenigsten die Fortsetzung vergangener Geschäftsergebnisse.

Wie sieht es denn in unseren heimischen Hotels aus? Als ehemaliger Tourismusverantwortlicher in einer österreichischen kann ich Ihnen berichten, dass ein Großteil der Betriebe stark verschuldet ist. Oft haben die Unternehmen dreimal so viele Schulden wie sie in einem ganzen Jahr umsetzen. Der Grund liegt vor allem im hohen Standard, den Tirol bietet, und den damit verbundenen Ersatz- und Neuinvestitionen – Stichwort Wellness. Dabei hatte man noch Glück: Durch exzessives Spekulieren mit Fremdwährung und den daraus resultierenden Gewinnen (hätte auch schiefgehen können!) konnten viele Hotelbetriebe überleben, die sonst schon längst in Konkurs wären.

Wenige Prozent Umsatzeinbruch würden ausreichen, dass eine ganze Reihe von Tiroler Hotels ihre nicht mehr bedienen könnte. Und was sind schon ein paar Prozent, wenn andere Industrien plötzlich um -zig % einbrechen? Durch die aktuelle Kreditklemme (ja, es gibt sie, allem Leugnen zum Trotz) pochen Banken auf die Einhaltung der Verträge und sind nicht zu Ratenstundungen oder Verlängerungen offener Forderungen bereit. Hier wartet ein Meer von faulen darauf, die Bankbilanzen weiter zu drücken, doch das ist eine andere Geschichte. Oder glauben Sie, dass man ein insolventes Tiroler Hotel im Jahr 2009 zu einem fairen Preis versteigern kann? Verluste sind vorprogrammiert, und nicht zuletzt deshalb gehört der heimische Tourismus zu den großen Problemkindern der Geldinstitute.

Jeder Tiroler Hotelier, der dies weiß und 1 und 1 zusammenzählen kann, sollte ob dieser Konstellation – Wirtschaftskrise, abzusehende Massenarbeitslosigkeit, Staats- und Konzernpleiten usw. auf der einen Seite und Kreditklemme und Unbeliebtheit der eigenen Branche bei den Geldgebern auf der anderen Seite – alarmiert sein und an Lösungen arbeiten. Die Wirtschaftskammer täte gut daran, jene wachzurütteln, die glauben, alles bleibe wie bisher. Doch dafür müsse sich die gegenteilige Überzeugung erst einmal in der Interessensvertretung selbst durchsetzen.

Es gibt Mittel und Wege, sich gegen Wirtschaftskrise und Kreditklemme zu wehren. Dazu gehören einnahmen- aber auch ausgabenseitige Maßnahmen. Wer innovative Vertriebsschwerpunkte setzen kann (Sie wissen, ich bin ein Fan des Web 2.0) und Aufwände sauber plant – Stichwort Liquiditätsmanagement – vergrößert die Chance auf Weiterbestand des eigenen Unternehmens. Wer nichtstuend auf die Krise wartet oder diese verleugnet, ist selbst schuld. Da hilft auch Glück nicht mehr!

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18. Februar 2009 | Von Mag. J. Fischler | Kategorie: Journal | Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , ,

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