Idee: Umwandlung österreichischer Immoaktien in offene Immobilienfonds
Da die Immoaktien an der Wiener Börse nur noch zu einem Bruchteil ihres NAV notieren stelle ich mir die Frage, ob es im Sinne der ursprünglichen Idee, nämlich solider Investments in Grund und Boden, nicht sinnvoll wäre, die börsenotierten Immobiliengesellschaften in offene Immobilienfonds umzuwandeln, die keinerlei Kursfluktuationen unterliegen, weil sich ihr Wert am NAV orientiert?
Natürlich ist die Umwandlung eine juristische Herausforderung und es bedarf auch einer soliden Eigenkapitalquote. Diese kann erreicht werden durch sofortige Projektentwicklungsstops, Veräußerung von Immobilien und Verwendung der Erlöse zur Schuldtilgung sowie durch Umwandlung bestehender Verbindlichkeiten in Aktien bzw. später in Fondsanteile. Illiquide Wandelanleihen, die nur noch zum Bruchteil des Nominalwertes notieren, können – notfalls auch kreditfinanziert – beispielsweise im Rahmen eines öffentlichen Angebots zur Hälfte oder 65 % des Nominalwertes zurückgekauft werden. Dafür sollte ein abrupter kostspieliger Ausstieg aus bestehenden Managementverträgen wohlüberlegt werden. Auf jeden Fall gibt es reichlich Spielraum für konstruktive Lösungen, die eine WIN-Situation für alle Beteiligten hervorbringen:
Im Falle der angeregten Umwandlung ersparen sich Banken Kreditausfälle bei endfälligen Finanzierungen, die mit Immoaktien als Tilgungsträger besichert werden. Anleger und ihre Berater können aufatmen. Für die Immobiliengesellschaften und den mit ihnen verbundenen Banken schwächt sich die anrollende Prozesslawine wieder etwas ab. Angesichts dieser Chancen sollte mal über den genannten Vorschlag laut nachgedacht werden.
So lange die Gefahr von Liquiditätsabflüssen besteht können die offenen Immobilienfonds wieder vorübergehend geschlossen werden. So könnte unter Umständen eine längere Krise verhältnismäßig gut ausgesessen werden.
