conserio

Immobilienfonds drehen den Hahn zu – Anleger bleiben sitzen

Eigentümer von Fondsanteilen, Zertifikaten und von Immobiliengesellschaften könnte derzeit Angst und Bange sein: “Offene” Immobilienfonds stoppen die Rücknahme ihrer Anteile, um nicht in Liquiditätsprobleme zu kommen. Das bedeutet, dass Anleger nicht auf ihr Erspartes greifen können, sondern auf ihren Fondsanteilen sitzenbleiben. Damit sind sie auf Gedeih und Verderb auf die Performance des jeweiligen Papiers angewiesen. Klingt nicht gerade nach einem tollen Deal.

Gemäß der Financial Times Deutschland wurden folgende Fonds vorübergehend geschlossen: Kan Am Grundinvest, , TMW Weltfonds, SEB Immoinvest, P2 Value, UBS Euro Invest und UBS 3 Kontinente. Grund sei, dass zu viele Anleger zu schnell ihr Geld wiederhaben wollten, und die Fonds damit in Zahlungsschwierigkeiten in der Immo-Bewirtschaftung gekommen wären.

Klar ist, dass ein Immobilienfonds nicht von heute auf morgen an Geld kommt. Dieses ist in den geparkt, und der Verkauf von Häusern oder ganzen Projekten benötigt Zeit. Wenn zu viele Anleger die Panik bekommen, kann auch der Immo-Fonds nicht zaubern, und kann nur auf Zeit spielen. So ist die Vorgangsweise der vorübergehenden Schließung der Fonds wirtschaftlich verständlich. Auf der anderen Seite würde es mir überhaupt nicht in den Kram passen, wenn ich Positionen in meinem hätte, die ich nicht schnell zu Geld machen kann. Was passiert, wenn morgen eine Hiobsbotschaft die Immo-Branche trifft, und ich erst in ein paar Monaten auf mein Geld zugreifen kann?

Wieder einmal etwas, das man sich vor der aktuellen Krise niemals vorstellen hätte können: Immobilienfonds, die ihren Anlegern den Geldhahn zudrehen. Was kommt als nächstes – Immo-Fonds, die ihr Liegenschaftsvermögen zu Schleuderpreisen verscherbeln müssen, um ihre Anleger auszuzahlen? Unverkäufliche Immobilienprojekte, Baustopps, Baubranche am Rand des Absturzes? Nachdem wir in den letzten Jahren den kometenhaften Aufstieg der großen Immobilienfonds gesehen haben, könnte schon bald die nächste Blase platzen.

Frage an die Fondsindustrie: Hätten Sie vor einem Jahr gedacht, dass Zertifikate in Gefahr geraten könnten, weil ihr Emittent in Konkursgefahr ist? Oder hätten Sie sich vorstellen können, dass Immobilienfonds schließen müssen und möglicherweise die nächste Blase zum Platzen bringen? Nein? Dann sollte man wenigstens daraus lernen: Nicht alles, was man sich in grenzenloser ausdenkt, ist so risikolos, wie es scheint. Je ausgefeilter die Produkte, umso versteckter sind die Gefahren, die hinter den schönen Prospekten lauern.

Viele in den letzten Jahren gefeierte Anlagekonstrukte liegen jetzt auf dem Müll. Ich hoffe auf eine Renaissance von , Anleihen und klassischer Sachwertanlage.

Mehr zum Thema


31. Oktober 2008 | Von Mag. J. Fischler | Kategorie: Investor | Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , ,

Diesen Artikel kommentieren

Schluss mit teuren Bankzinsen und Spesen:
Die besten Kredite, Karten und Konten gibt es nur im Internet.
Top-Konditionen für Österreich (hier) | für Deutschland (hier)

Wichtiger Hinweis

Wichtiger Hinweis aus rechtlichen Gründen: Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Haftung übernommen. Die gemachten Angaben dienen einzig zu Informationszwecken und keinesfalls als Aufforderung zu irgendwelchen Handlungen verstanden werden. Zudem muss konkret darauf hingewiesen werden, dass es sich bei den Beiträgen um die Privatmeinung des Autors handelt.


Kontakt
Impressum
Urheberrecht: Alle Rechte vorbehalten. Nutzung der Inhalte nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Herausgebers.

Links

Kostenloses E-Mail-Abo

E-Mail-Adresse eingeben: