Ist die jährliche Prämienerhöhung bei Lebensversicherungen ratsam?
Nach wie vor – und inzwischen wieder besonders gerne – schließen viele Menschen Verträge über Lebensversicherungen ab. Damit wollen sie hauptsächlich eine Vorsorge fürs Alter treffen – nebenbei natürlich auch für ihre Angehörigen sorgen. Außerdem dienen Kapital bildende Lebensversicherungen der Ansparung der entsprechenden Summe bei endfälligen Krediten.
Wahrscheinlich wird Ihr Berater Sie darauf hinweisen, dass eine automatische Anpassung (sprich: Erhöhung) der Prämien unbedingt anzuraten sei. Ist sie das wirklich? Oder hat der Verkäufer nur seinen eigenen Profit im Sinn?
Die Frage nach dem Nutzen für Sie als Versicherungsnehmer lässt sich nicht generell beantworten. Klar ist jedoch, dass es Unfug wäre, die Einzahlungen auf den Tilgungsträger für einen Kredit regelmäßig zu erhöhen. Denn letztlich würden Sie weit mehr ansparen, als zur Rückzahlung des Kredits notwendig wäre. Und das überschüssige Geld können Sie anderweitig besser (und flexibler) verwenden.
Bei Lebensversicherungen zur Altersvorsorge sieht die Sache bereits anders aus. Sofern Sie es sich finanziell leisten können, sollten Sie eine Indexanpassung vornehmen – also zwischen 3 und 5%, was in etwa der Inflationsrate entspricht. Denn normalerweise bekommen Sie im Laufe Ihres Arbeitslebens auch regelmäßige Gehaltserhöhungen, von denen Sie einen Teil in Ihre Altersvorsorge investieren sollten.
Wenn Ihnen die prognostizierte Auszahlung der Versicherung in 25 Jahren astronomisch hoch erscheint (wer braucht dann so viel Geld?), dann warten Sie mal ab: Vor 25 Jahren dachten Versicherungsnehmer beim Abschluss: “Was um Himmels willen soll ich denn 2009 mit 500.000 Schilling anfangen (ca. 36.000 Euro)? Das kann ich doch nie ausgeben!” Doch die Wirklichkeit sieht anders aus – mehr als ein neuer Mittelklasse-PKW ist wohl nicht mehr drin. Eine Indexanpassung kann solche Enttäuschungen verhindern.

