Kann ich mir mit Online-Trading etwas dazuverdienen?
Mittlerweile ist es an der Tagesordnung, ausrangierte Gegenstände oder auch selbst erstellte Artikel auf den entsprechenden Plattformen zu veräußern und alle möglichen (und unmöglichen?) Dinge über das Internet zu beziehen. Das Web wird für immer mehr Menschen auch zur Erwerbsquelle. Eine besonders spektakuläre Methode zum “plötzlichen Reichtum” ist Online- oder auch Daytrading mit Aktien, Optionen oder Zertifikaten. Lohnt sich das?
Bei etlichen Investmenthäusern hat jedermann die Möglichkeit, ein Anlagekonto einzurichten und im Eigen- bzw. Direkthandel zu spekulieren. Häufig geht das sogar rund um die Uhr – unabhängig von den Öffnungszeiten der Börse.
Zum Daytrading: Dabei sind durchaus kurzfristige Gewinne möglich. Es gibt Geschichten von 15jährigen, die damit steinreich wurden. Dass es dann aber doch nicht so einfach sein kann, zeigt die Tatsache, dass es noch nicht jeder macht – und vor allem, dass die Anbieter ihren Gewinn lieber mit den Daytradern machen als den Finanzinstrumenten.
Mit unterschiedlichsten Strategien wird chart- oder fundamentaltechnisch nach Ein- und Ausstiegsschwellen gesucht, man kann Kurse besuchen, Börsenbriefe abonnieren, Bücher kaufen und auf diversen Online-Portalen partizipieren – Online-Trading ist ein wahres Universum von Möglichkeiten und Gefahren. Mit dem man normalerweise nichts gewinnt. Warum?
Bedenken Sie z.B., dass Kurse des Direkthandels mit Anbietern – wie auch der gesamte Handel – von Computern überwacht werden, deren finanzmathematische und wahrscheinlichkeitsgesteuerte Algorythmen selbst für Schachweltmeister und Nobelpreisträger schwer durchschaubar sind – das Primärziel dieser Super-Computer ist es nicht, dass Sie reich werden, um es vorsichtig auszudrücken.
Schnell wird der blumig verkaufte Börsenbrief oder das Super-Trading-Konto zur Harakiri-Aktion für Otto Normalverbraucher, der vom Reichsein träumt. Dass es einfachen Bürgern möglich gemacht wird, nach Unterschrift auf ein paar Formularen mit Optionen oder anderen Derivaten zu traden bzw. Devisentermingeschäfte zu schließen, mag einer Lücke in den Gesetzen bzw. Halbwissen der politisch Verantwortlichen zugrundeliegen – ein Mensch, der keine Ausbildung und Erfahrung mit hochspekulativen Instrumenten hat, gehört vor solchen Anlageformen (und der eigenen – marketingtechnisch geschürten – Gier) geschützt.
Online-Trading ist kein Monopoly! Es geht um echtes Geld, auch wenn es am Monitor vielleicht nicht den Anschein hat. Und die realen Verluste müssen Sie selbst tragen – und die realen Gewinne übrigens eventuell versteuern – vor allem im kurz- bis mittelfristigen Trading schlägt die Spekulationsfrist zu.
Mein Rat an Otto Normalverbraucher: Hände weg.
Mein Rat an Spezialisten: Hände weg.
Mein Rat an die Anbieter: Macht lieber ehrliche Geschäfte, als den Bürgern mit leeren Versprechnungen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Die wenigen Ausnahmen, die es mit Kurzfrist-Trading wirklich DAUERHAFT geschafft haben, lassen sich an einer Hand abzählen. Viele davon hatten unvorstellbares Glück.


Ich kann dem nur zustimmen. Auch ich rate dringend, die Finger vom Daytrading zu lassen. Man hat vielleicht mal ein paar Glückstreffer, vielleicht gibt es auch den einen oder anderen, der über ein paar Monate gute Gewinne gemacht hat. Aber langfristig erleiden fast alle Daytrader einen Totalverlust. Jedenfalls habe ich in meiner 20-jährigen Berufserfahrung noch nicht einen kennengelernt, der mit Daytrading nicht auf kurz oder lang auf die Nase geflogen wäre.
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