Kaufvertrag: Kann man einen Kauf widerrufen?

Immer wieder locken reizvolle Angebote und nur allzu schnell ist man bereit, ein solches Angebot anzunehmen und einen Kaufvertrag zu unterschreiben. Erst wenn man später darüber nachdenkt, wird einem bewusst, dass man sich die gekaufte Sache vielleicht gar nicht leisten kann oder dass man sie nicht wirklich benötigt.

Grundsätzlich ist jeder Vertrag einzuhalten, auch dann, wenn er mündlich geschlossen wurde. Ein Kaufvertrag kommt immer durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande, der Erklärung des Verkäufers, eine Ware zum Kauf anzubieten und der Erklärung des Käufers, diese Ware annehmen und bezahlen zu wollen. Nur wenn diese Willenserklärungen wirksam sind, ist der Kaufvertrag nicht anfechtbar. Eine Willenserklärung des Käufers, die durch ein besonders Verhalten des Verkäufers beeinflusst wurde, ist aber meist anfechtbar – vor allem, wenn ein „Konsument“, also ein Nicht-Unternehmer, kauft.

So gibt es für Haustürgeschäfte, im Fernabsatz also für Versandhaus- oder Internetbestellungen oder Ratenkäufe spezielle Rücktrittsrechte des Käufers, die im Kaufvertrag oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen schriftlich stehen müssen. Diese Klauseln räumen dem Käufer z.B. ein sieben- bis vierzehntägiges Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag ein.

Aber auch von jedem anderen Kaufvertrag kann der Käufer zurücktreten, wenn er zum Beispiel bei der Abgabe seiner Willenserklärung, also der Unterschrift des Vertrags, einem Irrtum unterlegen war. Der Vertrag kann dann wegen des Erklärungsirrtums angefochten werden. In diesem Fall müssen dem Verkäufer jedoch bereits entstandene Kosten erstattet werden. Weitere Informationen gibt es bei http://wien.arbeiterkammer.at/online/page.php?P=438&IP=10232&AD=24254&REFP=0#faq10232

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