Markt und Wettbewerb 2 – Von wem wollen Sie (und wer will von Ihnen) ein Stück vom Kuchen?
Die Detailplanung | Teil 20 der Serie Businessplan
Gibt es für Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung bereits einen etablierten Markt, fällt die Planung leichter. Sie können sich an den bestehenden Lösungen Ihrer Mitbewerber orientieren und versuchen, Ihre USP (Teil 17) zu finden und sich abzuheben. Sie finden relativ einfach heraus, was die Konkurrenz anbietet, welchen Preis sie verlangt, welche Bedürfnisse damit abgedeckt werden, mit welchen Argumenten und Unterlagen Wettbewerber ihre Produkte anpreisen, welchen Kundenservice man bietet und vieles mehr. Sie sparen sich viel Umfrage- und Prognosearbeit. Auf der anderen Seite ist es immer schwerer, in einen etablierten Markt einzudringen, da Kunden meist lieber von “eingesessenen” Marken-Anbietern kaufen und sich Mitbewerber gegen jeden Neuling “wehren”. Das kann mitunter recht unangenehme Auswirkungen haben, von der Verbreitung von Negativinformationen bis hin zu politischer Intervention. Wer schon lange erfolgreich im Markt tätig ist, hat in der Regel auch ein gutes Netzwerk aufbauen können. Das ist eine solide Basis, um sich vor Konkurrenz zu schützen. Diesen Vorteil – auch eine etablierte Marke – haben Sie nicht. Wie immer im Leben: Alles hat zwei Seiten.
Schätzen Sie die Wettbewerbssituation folgendermaßen ein: kurzfristig und mittel- bis langfristig. “Kurzfristig” bedeutet: Mit welchem Wettbewerb ist schon jetzt bzw. während des ersten Geschäftsjahrs zu rechnen? Beschreiben Sie die aktuelle Lage, listen Sie die Anbieter namentlich auf, führen Sie an, was diese genau machen, worin Sie sich unterscheiden, was Ihre Vorteile sind usw.
“Langfristig”: Selbst wenn Sie eine absolute Innovation einführen wollen, müssen Sie damit rechnen, dass Marktteilnehmer Ihre Idee schnell zu kopieren versuchen. Vor allem, wenn diese erfolgreich ist. Es gibt sehr viele Beispiele dafür, mag die Vorgehensweise nun “unfair” sein oder nicht. Erfolg ruft Neider auf den Plan, und das Problem des Kopierens ist längst nicht auf China beschränkt. Sehen Sie sich Web 2.0-Plattformen wie Youtube oder Facebook an, diese Ideen werden zig-fach kopiert. Ein aktueller Trend sind Plattformen für P2P-Kredite. Von Zopa, welches 2005 in Großbritannien gegründet wurde, gibt es mittlerweile dutzende Plagiate. Natürlich bewegen sich nicht alle Branchen so schnell wie das Internet. Doch die Branche ist egal: nur wenn Sie der erste Anbieter sind, der den wirklichen Durchbruch schafft, haben Sie den entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Überlegen Sie sich also Strategien, einem aufkommenden Wettbewerb immer eine Nasenlänge vorauszusein. Schreiben Sie diese Ideen auf.


Dem zweiten Teil des Posts würde ich nur bedingt zustimmen. Es hat nicht immer Vorteile der erste am Markt zu sein, da man dann häufig auch noch die Kosten tragen muss, den Markt vorzubereiten. Es gibt sehr viele erfolgreiche Anbieter, die Trends eher verschlafen haben, dann aber trotzdem massiv erfolgreich sind. Gutes Beispiel ist Microsoft.
Hallo Sebastian, danke für die Rückmeldung. Ich sehe es gleich, deshalb habe ich zum Schluss des Postings davon geschrieben, der erste zu sein, der den “wirklichen Durchbruch” schafft. Das muss nicht unbedingt der Erfinder der Sache sein (auch wenn’s fair wäre). Microsoft ist ein gutes Beispiel.