Ratenkredit
Der Ratenkredit ist neben dem Konto-Disporahmen die wohl gebräuchlichste Form der modernen Geldüberlassung. Die Bezahlung von Raten gehört zum Alltag jedes Kreditnehmers. Aufgrund der Häufigkeit dieser Finanzierungsform wurde der “Ratenkredit” zum Synonym für “Kredit”. Dabei ist er nur eine von vielen Erscheinungsformen der Geldleihe durch Banken oder andere Institutionen.
Ratenkredite werden von Privatpersonen monatlich, in gleichbleibenden Raten zurückbezahlt. Man nennt sie auch “Konsumentenkredit”. Je nach Verwendungszweck gibt man ihnen eine ganze Reihe anderer Bezeichnungen: “Autokredit”, “Kfz-Kredit”, “Einrichtungskredit” oder andere. Allen gemein: Der Geldbetrag, den man monatlich an Bank, Autohaus oder andere Geldleiher zahlt, bleibt gleich.
Was steckt dahinter? Es gibt beim Ratenkredit das Phänomen der fallenden Zinsteile und steigenden Tilgungsteile während der Laufzeit. Ganz einfach ausgedrückt: Am Anfang habe ich viel Geld offen. Ich zahle z.B. 5% Zinsen. Also besteht die Rate (die ja immer gleich hoch ist, auch am Schluss) zu Beginn fast nur aus Zinsen, und nur zu einem ganz kleinen Teil aus der Rückzahlung! Je länger ich brav zahle, desto weniger bin ich der Bank noch schuldig, und desto weniger Zinsen muss ich zahlen. Dennoch bleibt die Rate gleich hoch! Das muss bedeuten: Zum Ende des Kredites zahle ich fast nur noch Kapital zurück, und fast keine Zinsen mehr. Und während sich Zinsen und Tilgung verschoben haben, blieb die Rate immer gleich!
Das bedeutet: Mein Kreditgeber muss sich vorher ausrechnen, wie hoch die Rate genau sein muss, und die Zinsen in die Kalkulation miteinbeziehen. Einfach nur Kreditbetrag durch Laufzeit teilen ist nicht: dann müsste man die Zinsen separat zahlen, und die Gesamtzahlung wäre am Anfang hoch und zum Schluss niedrig. Und niemand würde mehr einen Kredit aufnehmen!
So ist der Ratenkredit auch ein Rechenspiel und macht es für uns leichter, Geld auszuleihen: Auch große Beträge werden durch die Umrechnung in monatlich gleichbleibende Beträge leistbar.
Oft werden Ratenkredite ohne Sicherheiten genehmigt – die Abtretung des Gehalts bzw. Lohns ist allerdings obligatorisch. Hat man eine schlechte Bonität (die Schufa wird auch von Möbel- und Autohaus abgefragt!), muss man aber dennoch Sicherung leisten, z.B. durch eine Bankbürgschaft (dann kann ich gleich zur Bank gehen, ist günstiger) oder einen Bürgen.
Achtung: Alle Ratenkredite werden in die Schufa eingetragen! Wer jede Anschaffung mit einer solchen Finanzierung bezahlt, hat schnell eine Handvoll Kredite offen, und jeder einzelne findet sich in den Bonitätsregistern. Mit jeder Kreditaufnahme wird es schwieriger, neues Geld zu bekommen: Alleine die hohe Zahl an zu zahlenden Finanzierungen macht neue Kreditgeber stutziger. Oft lohnt es sich daher, einmal einen größeren Bankkredit aufzunehmen (etwa wenn man die Wohnung saniert und neu einrichtet), als bei jedem größeren Einkauf einen neuen Vertrag zu schließen.
