Welche Schattenseiten hat das Internet?
Die Informationstechnologie und hier vor allem das Internet sorgten für einen gewaltigen Produktivitätsschub in unserer Gesellschaft. Ein guter Teil unseres heutigen Wohlstandes und Lebensstandards läßt sich auf die automatisierte Datenverarbeitung und weltweite Vernetzung zurückführen. Doch diese Entwicklung hat auch Schattenseiten mit sich gebracht.
So geht bei Internetnutzern die Angst um: Weltweit versuchen Betrüger, mittels Phishing, Computerviren, Spyware oder Spammails Vorteile auf dem Rücken der Internetbenutzer aus dem Netz zu ziehen. Dubiose Anbieter versprechen kostenlose Leistungen und verrechnen Gebühren, die höchstens im Kleingedruckten zu finden sind. Diese Kriminalität wird von Medien geschickt gepusht und somit entsteht der Eindruck des “bösen Internet”. Vor allem Menschen, die bisher noch nie mit dem Internet zu tun hatten, lassen sich von diesen Horrormeldungen anstecken und vom Internetsurfen abhalten.
Dieser Sicherheitsaspekt zählt für mich nicht wirklich. Wer mit entsprechenden Virenschutzprogrammen, Spamfiltern und anderer präventiver Software arbeitet, wird selten einen Schadensfall erleiden. Wer Angebote zuerst durchliest, statt sich Hals über Kopf in jedes Internet-Abenteuer zu stürzen, läuft auch seltener Gefahr, ungewollt kostenpflichtige Dienste in Anspruch zu nehmen. Oft sind die Abzocke- bzw. Betrugsversuche dermaßen plump, daß man sich fragen muß, ob nicht der Großteil der Schuld beim Nutzer selbst liegt, der sämtliche Vorsicht außer Acht läßt. Man könnte es so sagen: Manche Konsumenten muß man vor sich selbst schützen.
Eine weitere Schattenseite des Internet ist, daß es ein gewisses Suchtpotential beinhaltet. Während es die Kaufsucht (Einkauf bei Internet-Versandhäusern) auch in der realen Welt schon lange gibt, kommen im virtuellen Netz auch Internet-Abhängigkeit und soziale Isolation vor. Wer im Internet gefangen ist, verbringt sein Leben zunehmend darin. Plattformen wie Second-Life, also eine Art virtuelles Parallel-Leben, unterstützen diese Entwicklung. Vernetzbare Computerspiele, in denen man gegen oder mit anderen Spielern rund um den Globus antritt, gefährden Menschen quer durch alle Alters- und Berufsschichten.
Dem stehen jedoch die unglaublichen Möglichkeiten gegenüber, die das Internet uns allen bietet. Neben dem bereits erwähnten Produktivitätsschub kann uns die virtuelle Welt viele Routinetätigkeiten des Lebens leichter machen. Wie überall gilt: Wenn man mit Maß und Ziel an das Thema herangeht, bleiben die negativen Folgen überschau- und planbar.
