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Wer braucht schon einen Businessplan? Warum die Mühe, ein Geschäftskonzept zu schreiben? Ich starte einfach als Ich-AG!

Vorwort zur Serie | Teil 2 der Serie Businessplan

Stufe 1

alles-selbst-gemacht-businessplan.jpg“Meine Idee ist so gut, die läuft von alleine. Man wird mir mein Produkt aus der Hand reißen wie die warmen Semmeln. Wozu brauch ich da einen Businessplan? Ich krempel die Ärmel hoch und leg los. Ich brauch auch keinen Partner, wozu soll ich jemanden mitfüttern? Den Businessplan soll die selber machen, wenn sie einen braucht! Aber ich werde die gar nicht brauchen. Ich habe ja gespart. Wird schon gut gehen! Und überhaupt – wo schon von “Planung” die Rede ist – es kommt sowieso immer anders, als man denkt!

Stufe 2

“So, jetzt habe ich es allen gezeigt. Ich habe doch gesagt, dass meine Erfindung gut ist. Da steht sie! Und sie funktioniert. Ich musste zwar einen Großteil meiner Ersparnisse für das Material ausgeben, aber ich habe es geschafft.”

Stufe 3

advertisement-businessplan.jpg“Was habe ich gesagt? Ich habe einfach in der Zeitung inseriert und meine Maschine verkauft! Jetzt werde ich sicher bald Leute einstellen müssen, um den Bedarf abzudecken. Bis es soweit ist, habe ich schon mit dem Bau von fünf weiteren Maschinen angefangen. Natürlich musste ich meine ganzen Einnahmen für das Material ausgeben, aber am Ende werde ich den fünffachen Erlös haben.”

Stufe 4

“Ich habe die fünf Maschinen fertig gestellt. Alles lief glatt. Jetzt werde ich ein großes Inserat in einer landesweiten Zeitung schalten. Ich habe eine Werbeagentur damit beauftragt. Ich musste zwar mein Konto überziehen, aber was soll’s? Schon bald sind alle meine Sorgen vorbei.”

Stufe 5

“Jetzt behauptet doch glatt dieser Wirtschaftsanwalt, ich würde gegen das Patent jenes Großkonzerns verstoßen! Das gibt es doch gar nicht! Das ist typisch für diese Konzerne. Immer auf die Kleinen. Was soll denn das für ein Patent sein, dass diese Firma hat? Schließlich ist die Idee doch in meinem eigenen Kopf entstanden. Denen werde ich es zeigen. Wozu habe ich schließlich eine Rechtsschutzversicherung?”

Stufe 6

verzweiflung-ohne-businessplan.jpg“Man hat mir gerichtlich mit einer einstweiligen Verfügung untersagt, die fertigen Maschinen zu verkaufen. Den Anwalt kann ich mir auch nicht leisten, weil die alte Rechtsschutzversicherung nur private Risiken abdeckt. Ich war doch noch gar nicht so richtig selbstständig tätig! Die eine Maschine, die ich verkauft habe. Ist doch lächerlich! Jetzt gehe ich zu meiner , die muss mir das Geld leihen. Schließlich bin ich seit 20 Jahren treuer Privatkunde.”

Stufe 7

“Das gibt es doch gar nicht! So eine Frechheit! Diese Banken machen wirklich jeden kaputt. Dieser neunmal kluge Jungspund von Universitätsabgänger hat mich nach einem gefragt. Der soll erstmal richtig arbeiten lernen. Ich habe jetzt wirklich andere Sorgen. Schließlich kann ich schon lange keine Rechnungen mehr zahlen. Die Mahnungen häufen sich, und einige meiner haben schon mit gerichtlichen Schritten gedroht. Ich kann mich jetzt wirklich nicht darum kümmern, einen Businessplan zu schreiben.”

Stufe 8

hat’s gekracht.

Was ich hier so plakativ dargestellt habe, kommt gar nicht so selten vor, wie man vielleicht meinen könnte. Die Liste von Ursachen, warum Unternehmen scheitern, ist lang. Tatsächlich sind die meisten Insolvenzen von Jungunternehmern aber auf fehlende Planung und unüberlegtes Draufloslegen zurückzuführen.

Einen Business- oder brauchen Sie vor allem für sich selbst.

Er ist Ihre definitive und einzige Entscheidungsgrundlage. Er gibt Ihnen in der Startphase ihres Unternehmens. Er gibt Auskunft darüber, ob Sie starten sollten, was Sie für den Start brauchen, was sie wann erreichen sollten, welche Erfolgsaussichten Sie haben, was in unvorhergesehenen Fällen zu tun ist und vieles mehr.

Richtig, auch mögliche Partner wollen Ihren sehen. Das ist (oft) die , die die Anfangsinvestitionen und den Geschäftskontorahmen finanziert. Oder (viel öfter) der Kapitalgeber, der Ihnen Geld zur Verfügung stellt, in der Hoffnung, dieses mit guten wieder zurückzubekommen. Die Förderstelle, die ihnen zu einer staatlichen Förderung verhelfen kann. Eventuelle Mitgesellschafter, die mit Know-how und Kapital in das Unternehmen einsteigen sollen, um den Erfolg zu garantieren. Lieferanten, die ihnen schon jetzt einen guten Preis machen sollen, obwohl sie am Anfang erst in Mini-Mengen bestellen werden. Vertriebspartner, die Ihr Produkt am Markt verkaufen sollen (Die nehmen nicht alles!). Großabnehmer, die vielleicht ebenso Interesse haben, in das Unternehmen einzusteigen oder Ihnen entgegenzukommen. Und noch viele andere Partner mehr.

Der Start eines Unternehmens ist sehr komplex und für den Erfolg entscheidend. Sie sollten ihn daher nicht vernachlässigen. Beschäftigen Sie sich ernsthaft und gründlich mit dem Businessplan. Er wird es Ihnen lohnen!

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15. Januar 2008 | Von Mag. J. Fischler | Kategorie: Businessplan | Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , ,

Ein Kommentar
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  1. [...] schreibt dazu u. a.: “Einen Businessplan brauchen Sie vor allem für sich selbst. Er ist Ihre [...]

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