Wer Inhalte im Internet zu Geld machen will, hat’s schwer

Es ist eine der spannendsten Diskussionen unserer Zeit: Wie können Autoren, Musiker, Fotografen und andere Kreative im digitalen Zeitalter überleben? Was wird aus Musikkonzernen, Filmstudios, Tageszeitungen oder anderen etablierten Medienbranchen, wenn im Netz alles gratis ist? Die Alles-Muss-Gratis-Sein und Geiz-Ist-Geil-Mentalität haben bereits eine Schneise in die Landschaft geschlagen, das Medienangebot aufgebläht und das Niveau insgesamt gesenkt. Wer kann noch Qualitätsinhalte anbieten, wenn niemand mehr dafür zahlt, dafür aber viele Trittbrettfahrer reichlich abkupfern und auf der Welle der Kreativen mitreiten?

Ich kann keine Antwort auf diese Fragen geben. Ich kann mich aber auch nicht beklagen, denn mein Internet-Geschäftsmodell funktioniert nicht schlecht. Man kann sich auf die neue Welt einstellen, und es muss wirklich nicht alles gratis sein – auch wenn die meisten User so denken. Das Angebot macht immer noch der Kreative, und er diktiert die Bedingungen, wie die Inhalte zugänglich sind.

Wie unglaublich engstirnig, geizig und andererseits auch anspruchsvoll der klassische Internet-Gratis-User heute ist, zeigt eine aktuelle Diskussion auf basicthinking.de. Ein Blog, ursprünglich eine One-Man-Show von Robert Basic, wurde vor ca. 1 Jahr von einem Redaktionsteam (welches von einem größeren Internet Provider gesponsert wird) übernommen. Bisher blendete man wenig bis gar keine Werbung ein und stellte alle Inhalte gratis zur Verfügung. Sogar über den so genannten Feed, mit welchem man die Inhalte auch anderorts anzeigen und konsumieren konnte. Klar, dass da kein Cent hereinkam.

Das Redaktionsteam bot bisher höchste Qualität und gab sich bei den Inhalten viel Mühe, wird – wie es üblich ist – etliche Male abgekupfert, ohne die Lorbeeren zu ernten, und das für lau. Die Notwendigkeit, Geld für die Arbeit zu bekommen, um überleben zu können, hat sich nun aber auch bei basicthinking eingestellt. Als erstes kürzte man den Feed (extern kann man nur noch eine Einleitung des Artikels lesen und muss dann auf basicthinking wechseln), Anzeigen und neues Layout werden folgen.

Wer denkt, dass basicthinking für diesen notwendigen Schritt Verständnis erntet, wird auf diesem Artikel eines Besseren belehrt. Gedacht als einfache Erklärung für den notwendigen Schritt, wurde er Ziel unglaublicher Tiraden der Gratis-Usergemeinde. Hier zeigt sich das undankbare Gesicht des durchschnittlichen Internet-Gratiskonsumenten. Interessant für alle, die an Bezahlmodelle und andere Monetarisierungsstrategien für Qualitätsinhalte denken. Ich sage: Vergesst es – niemand zahlt im Internet für irgendwas, schon gar nicht für Inhalte. Werbung einzublenden, ist der einzig vernünftige Schritt. Basicthinking tut mit der Werbestrategie langfristig das Richtige und darf sich dem Druck nicht beugen. Ein Sprichwort lautet: “Wer schimpft, der kauft”. Und so schätze ich, dass bei Weitem nicht alle, die jetzt schimpfen, für immer von basicthinking.de fernbleiben – im Gegenteil. Ich wünsche dem Blog und dem Redaktionsteam alles Gute – Ihr seid auf dem richtigen Weg!

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5. März 2010 | Von Mag. J. Fischler | Kategorie: Marketing und PR, Produkte | No tag for this post.

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