Wie finde ich mit dem Businessplan zu Private Equity, Venture Capital oder einem Business Angel?
Teil 32 der Serie Businessplan
Privates Beteiligungskapital sucht neue Ideen – Sie suchen Kapital? Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im Internet findet man Verzeichnisse, in denen Angebot und Nachfrage aufeinander treffen. Potentielle Partner können Sie finden. Beispiele solcher Portale:
Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften
Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND)
European Private Equity and Venture Capital Association (EVCA)
Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation (AVCO)
Swiss Private Equity & Corporate Finance Association
Oft ist es möglich, die Mitgliedsgesellschaften (Kapitalgeber) nach diversen Kriterien zu sortieren und so schnell zum Namen und Adressen potentieller Partner zu gelangen. Sie können aus den Profilen ersehen, welche Projekte von welchen Partnern unterstützt werden, wo man tätig ist, wieviel man investieren will und vieles andere. Schnell sind dutzende potentielle Partner gefunden. Sollten Sie jetzt also Ihren Businessplan in zig-facher Kopie versenden?
Das wäre wohl kaum der richtige Weg. Es ist so, dass die Kapitalgeber unzählige Geschäftspläne per Post erhalten. Schon aus Zeitmangel ist es nicht möglich, jeden einzelnen vollständig zu lesen und zu beurteilen. Eine Vorauswahl wird nicht selten nach rein optischen Kriterien getroffen. Dabei unterliegt vieles dem Geschmack des Empfängers. Wenn Sie den Businessplan per Post senden, stehen Sie also einer Vielzahl möglicher Ausscheidungsgründe gegenüber, auf die Sie nur sehr beschränkt – und nur im Vorfeld – Einfluss nehmen können.
Mein Tipp: Suchen Sie den persönlichen Kontakt. Rufen Sie die gefundenen Kapitalgeber an und ersuchen Sie um einen persönlichen Vorstellungstermin. Ist das nicht möglich, so geben Sie den Plan wenigstens persönlich ab. Vielleicht läuft Ihnen dabei ein potentieller Entscheidungsträger über den Weg, bei dem Sie den Elevator Pitch (Teil 7) unterbringen können? Hat der Businessplan “ein Gesicht”, tritt er aus der anonymen Masse heraus. Sie können sich sicher sein, dass Ihr Projekt genauer geprüft wird und nicht aus rein formellen Kriterien ausscheidet. Halten Sie den Kontakt aufrecht, fragen Sie regelmäßig nach dem aktuellen Stand (ohne dabei aufdringlich zu werden) und nutzen Sie auch Ablehnungen, um wertvolles Feedback einzuholen. Mit Ablehnungen muss man rechnen, wiederum gilt: nicht persönlich nehmen, sondern daraus lernen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Private Equity/Venture Capital-Messen, -Kongresse und sonstige Veranstaltungen der Branche zu besuchen. Informieren Sie sich vor Ort über die Anbieter. Vielleicht suchen diese genau nach Ihrer Lösung! Machen Sie jedoch nicht den Fehler, auf einer solchen Messe dutzende Businesspläne zu verteilen. Sie laufen damit nur Gefahr, die Idee breitzutreten und Nachahmer auf den Plan zu rufen. Vereinbaren Sie persönliche Vorstellungs- oder Abgabetermine und erkundigen Sie sich nach kompetenten Entscheidungsträgern im Haus sowie hausinternen Abläufen rund um Begutachtung und Genehmigung. Informationen dieser Art lassen sich nicht aus dem Internet beziehen und sind den Eintrittspreis wert! Weiter geht es wie schon im vorigen Absatz beschrieben: hingehen, laufend erkundigen, Ablehnungen hinterfragen, oder: Über die Genehmigung freuen!
Sobald eine Genehmigung vorliegt, treten Sie in konkrete Verhandlungen ein. Nichts überstürzen, keine vorschnellen Unterschriften aus Freude über das “Ja”! Lassen Sie sich professionell vertreten (Anwalt, Unternehmensberater, Steuerberater). Vor allem, wenn es um höhere Kapitalsummen und Beteiligungsquoten geht, sollten Sie Ihre Interessen bestmöglich wahrnehmen (lassen). Der Beginn der Partnerschaft zu Ihrem Investor soll eine WIN-WIN-Situation sein und aus geklärten Verhältnissen hervorgehen. Jedes Honorar, das in dieser Phase in Ihre Vertretung fließt, ist gut investiert.


Vielleicht hab ich es überlesen, falls nicht möchte ich gern noch den Businessplanwettbewerb ergänzen. Hier besteht schon während Entstehung des Businessplans die Möglichkeit kompetente Hilfe zu erhalten. Die Wettbewerbe finden in Deutschland auf Länderebene statt, es gibt aber auch private Investoren welche sich Branchen spezifisch engagieren. Innerhalb dieser Wettbewerbe finden Prämierungen statt, abhängig vom Wettbewerb erhalten die jeweils ersten drei Plätze Geldprämien und Urkunden. Der Businessplan wird dadurch von Sachkundigen bewertet und aufgewertet. Wesentliches Element ist jedoch meiner Meinung nach die Betreuung durch Coaches während der Erstellung. Der Kontakt zu Business Angels wird durch die Teilnahme an einem Wettbewerb ebenso erleichert. Insgesamt eine gute Vorbereitung um mit einem Venture Capital Geber ins Gespräch zu kommen.
Einen schönen Tag und Freundliche Grüsse, Mandy