Wie hoch ist der Stundensatz für Eigenleistungen?

Wer bei seinem/ihrem Bauprojekt selbst Hand anlegt, kann kräftig sparen. Hier habe ich darüber berichtet. Wer sich in konkrete Verhandlungen mit dem Bauträger begibt, sollte genau definieren, WAS man selber macht, WANN das ganze im zeitlichen Ablauf zu passieren hat, und WIEVIEL die eigene Leistung Wert ist.

Warum ist das so wichtig, seinen eigenen Stundensatz zu kalkulieren? Schließlich müssen Sie sich selbst ja nichts zahlen! Das stimmt, doch Ihre Mithilfe am Bau soll ja zu einer Ersparnis führen. Vielleicht müssen Sie deshalb weniger Geld von der Bank ausleihen, und sparen sich hinterher die Zinsen – eine doppelte Entlastung durch die eigene Arbeit. Damit das aber auch der Fall ist, gilt es, genau nachzurechnen.

Denn es gibt verschiedene Tricks von Bauträgern, Sie trotz Eigenleistung ordentlich zur Kasse zu bitten. Dazu gehört es etwa, “unvorhergesehene” Dinge in die Endabrechnung aufzunehmen, wie z. B. unerwartete Untergrundbeschaffenheit.

In den meisten Fällen schützt Sie als Privathaushalt die lokale Bauordnung. Doch der Baumeister könnte behaupten, Sie haben die festgelegte Eigenleistung mangelhaft, zu früh oder zu spät – oder gar nicht – erbracht. Passen Sie jedenfalls auch auf, dass Sie die Leistungen genau abgrenzen, sonst weiß man hinterher nicht mehr, wer für dieses oder jenes Teil garantiepflichtig ist.

Der Stundensatz selbst bewegt sich im Rahmen des Kollektivvertrags für Bauarbeiter, zu finden z. B. unter dieser Adresse (für Österreich, Richtwert ist es aber genauso für andere Länder). Dieser gibt einen Stundenwert von ca. 10,– € pro Stunde an. Nachdem es sich um Eigenleistungen handelt, ist das ungeachtet der eigenen beruflichen Einkünfte ein guter Näherungswert, den Sie in die Baukalkulation brutto aufnehmen sollten (Sie müssen ja keine Sozialabgaben davon abführen).

Noch wichtiger ist es allerdings, den ZEITAUFWAND einzuschätzen. Sind Sie kein gelernter Bauarbeiter, werden die Eigenarbeiten länger dauern. Der Bauträger wird jedoch maximal den Zeitaufwand eines Lehrlings zulassen. Multipliziert mit dem Wert pro Stunde, ergibt sich die theoretische Ersparnis für das eigene Bauprojekt. Keinesfalls vergessen sollte man eine genaue Materialkalkulation – dazu werde ich einen weiteren Artikel veröffentlichen.

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