Wer eine Website betreibt, hat manchmal auch die verlockende Gelegenheit, Produkte oder Dienstleistungen darüber zu vertreiben. Das ist gegenüber den gängigen Vermarktungsmöglichkeiten wie Anzeigen oder Affiliate-Werbung eine sehr profitable Angelegenheit. Denn während bei der klassischen Monetarisierung der eigenen Homepage höchstens Centbeträge herausschauen, und Affiliate-Werbung immer mehr zur Gratiswerbung für die Merchants (Banner-Anbieter) verkommt, lässt sich mit dem Verkauf eigener Angebote sehr viel Geld machen. Doch früher oder später stellt sich die Frage, wie der Kunde diese Leistungen oder Lieferungen bequem bezahlen könnte. Schließlich will man den Kunden ja zum Abschluss des Kaufs bringen. Es wäre frustrierend, wenn er/sie schon das Kaufformular ausgefüllt hat, und dann den Kaufvorgang abbricht, weil er/sie nur mit Banküberweisung in ein Drittland bezahlen kann.
Hier eine kleine Sammlung von Zahlungsmöglichkeiten:
- Banküberweisung: Der klassische Weg, günstig, aber langsam. Man kann eigentlich nicht viel falsch machen. Bei der Bestellbestätigung gibt man das eigene Bankkonto an, auf das der Käufer/die Käuferin überweisen soll. Vorsicht ist geboten, wenn Käufer nicht aus dem eigenen Land stammen. In jedem Fall sollte man EU-Bürger auf die Möglichkeit der EU-Standardüberweisung hinweisen. Wenn IBAN und BIC richtig angegeben werden, kostet die Überweisung in ein anderes EU-Land gleich viel wie innerhalb des eigenen Landes. Doch wer nur eine Zahl vergisst, zahlt. Insgesamt sind Banküberweisungen ein sehr günstiger Weg des Geldtransfers, doch auch sehr langsam. Durch die Banklaufzeit (eine eigentümtlich-altertümliche Einrichtung der Banken, durch die sie extra kassieren können) kommt das Geld beim Empfänger oft erst nach 3-5 Bank-Werktagen an, obwohl es technisch kein Problem wäre, das Geld sekundenschnell zu transferieren.
- Einzugsauftrag: Man kann sich von der eigenen Bank ermächtigen lassen, von fremden Konten Geld einzuziehen. Dies funktioniert jedenfalls in Deutschland und Österreich, man braucht ein Konto in dem Land, in dem man vom Käufer Geld einziehen will. Das ist ein relativ schnelles Zahlungsverfahren, das jedoch in unterschiedlicher Weise gehandhabt wird. Viele Banken kombinieren das Einzugsverfahren nur mit höherwertigen Firmenkonten, die monatlich einiges kosten. Es gibt aber auch Anbieter, die das schon bei Small-Business-Konten möglich machen. Ich habe mit dieser Zahlungsweise gute Erfahrungen gemacht, kann man doch selbst handeln und muss nicht darauf warten, wann der Kunde denn endlich das Geld überweist.
- Paypal: Der Zahlungsanbieter ist eine Tochter von Ebay. Zahlungen sind sowohl mit Paypal-Konto als auch ohne Anmeldung mit Kreditkarte ( möglich. Der Zahler überweist das Geld gebührenfrei, man kann Geldbeträge auch einfach an E-Mail-Adressen senden. Der Zahlungsvorgang geht sehr schnell. Nachteil: die hohen Gebühren, die der Verkäufer für den Zahlungsempfang zu zahlen hat: zwischen 3,4%+0,35€ pro Transaktion für geringfügige Zahlungen bis zu 1,9%+0,35€ für Riesen-Beträge. Das kann schnell ins Geld gehen, vor allem, wenn man teure Güter verkauft (aber auch Kleinvieh macht Mist). Fazit: Schnell, aber teuer. Wer viel über Paypal abwickelt, bekommt Vorzugskonditionen für gewerbliche Verkäufer. Wie hoch diese sind, lässt Paypal nicht durchblicken.
- Moneybookers: Hier kann man Zahlungen mit Kreditkarte, Lastschrift und Banküberweisung akzeptieren. Die Gebühren halten sich mit 1% bis zu € 0,5 in engen Grenzen, es gibt zahlreiche Tools zur Integration in den eigenen Webshop. Weiters verlockend: Die Gebühren beziehen sich auf den Käufer, nicht den Verkäufer. Gegenüber Paypal, wo der Verkäufer zur Kasse gebeten wird, ein Riesen-Anreiz.
- Worldpay: Das aufwändigere System bedeutet Einrichtungs- und Jahresgebühren, wartet aber auch mit vielen zusätzlichen Funktionen rund um die Monetarisierung von Webseiten und den Produktverkauf im Internet auf. Die laufenden Gebühren erscheinen auf den ersten Blick recht hoch: 4,5% vom Umsatz.
Daneben gibt es eine Unzahl weiterer Anbieter, die den Markt überschwemmen und zu einer zunehmenden Gefahr für die Zahlungsverkehrssparte der Banken werden. Wer zuletzt übrigbleibt, weiß niemand. Der Konsument, und auch der Webmaster, dürfen sich auf fallende Gebühren und schnellere Geldtransfers freuen.
Wenn sich hier etwas tut, werde ich gerne wieder darüber schreiben.


prinzipiell lese ich deinen blog recht gerne und finde ihn auch interessant, aber bitte arbeite an deinen titeln. die sind sperrig und laden nicht unbedingt zum lesen ein…
Hi, danke für das Feedback – ich überleg’ mir was.