Wie kann ich meine Ausgaben überwachen?
Sie kennen das Problem: Kreditkarten, Paypal und andere elektronische Zahlungsmöglichkeiten (neuerdings sogar das Handy) ermöglichen die bargeldlose Begleichung von Käufen aller Art – von den Lebensmitteln bis zum Plasma-TV. Hatte die Redensart “Meine Taschen sind leer!” früher noch einen reellen Bezug, muss das heute nicht mehr so sein. Selbst wenn das Konto leer ist, die Kreditkartenfirma oder meine Bank lässt mich weiterhin konsumieren, und das macht das Leben ein ganzes Stück einfacher.
Und so passiert es oft, dass man bei den ganzen Käufen, die man mit elektronischen Zahlungsmitteln begleicht, den Überblick verliert. Die Überraschung ist groß, wenn der Kontoauszug oder die Abrechnung ins Haus flattern, so manchen Kauf hat man schon längst vergessen. Man wähnte sich im Glauben, der Kontostand reiche noch aus, und gab inzwischen noch mehr Geld aus.
Die große Gefahr dieser Vorfinanzierung eigener Ausgaben ist eben dieser Kreislauf: Bequem zahlen verführt zu mehr Käufen, die spätere Abrechnung suggeriert einem größere finanzielle Möglichkeiten, als man tatsächlich hat. Doch die damit verbundene Steigerung der eigenen Lebensqualität währt nur kurz, und schon bald muss man den Gürtel enger schnallen als gedacht, um die Rückzahlungen bedienen zu können.
Noch deutlicher tritt dieser Teufelskreislauf in den USA zutage: Da dort die Kreditkartenfirmen auch erlauben, die Abrechnungen in Raten abzustottern (bei uns wird einfach monatlich der Gesamtsaldo eingezogen), verschulden sich viele AmerikanerInnen leichtfertig und schnell, bauen das berüchtigte “Credit Card Debt” auf. Neben der aktuellen Immobilienkrise und den Kreditsorgen ist das der weitere Zementklotz am Bein der US-Haushalte.
Wie kann man also den Überblick über das bewahren, was man mit Karten, Internetkonten, Handy und anderen derivativen Zahlungsmitteln ausgegeben hat?
- Wer eine gute Bank hat, und die Kreditkarten mit dem Bankkonto verknüpft sind, sieht in seinem “Finanzstatus” auch den aktuellen Stand der Kreditkarten. Konten, Sparkonten und Karten werden am Ende saldiert, und das eigene Vermögen kann tagesaktuell eingeschätzt werden.
- Wer die sich die Kreditkarte von der Bank losgelöst bei der Mastercard, Diners Club und den tausenden Firmenanbietern geholt hat, sieht den Abrechnungsstand nur im Online-Portal des jeweiligen Anbieters. Die Banksalden müssen um diesen Stand korrigiert werden – das bedeutet manuelle Rechenarbeit und ist nicht jedermanns Sache.
- Handy-Provider bieten ebenfalls tagesaktuelle Abrechnungen ONLINE an, es gilt dasselbe.
- Gewissenhafte Menschen schreiben sich alle Zahlungen auf, egal ob bar, online oder mit Kreditkarte. Sie machen sozusagen ihre private Buchhaltung. Ich halte das für übertrieben, und würde es nur im Rahmen eines privaten Liquiditätsplans machen, etwa wenn ich genau wissen will, ob ich mir eine größere Investition leisten kann oder nicht.
- Es schadet sicher nicht, eine Liste mit allen größeren Ausgaben (z. B. alles über 50,–) zu führen, die noch nicht abgerechnet sind und daher den eigenen Kontostand belasten werden. Sie können diese mit der Hand schreiben, oder auch online anlegen, etwa mit Google Docs oder iGoogle-Gadgets.
Vor allem in angespannten Situationen lohnt es sich, die eigenen Ausgaben zu überwachen. Das gilt sowohl für Private als auch Unternehmer!

