Wie komme ich von der Idee zum Unternehmensplan? Schreiben Sie weiter!
Teil 6 der Serie Businessplan
Im letzten Teil der Serie haben wir die Projektidee auf ein Minimum reduziert: Ein Satz, der so aussagekräftig ist, dass er das Projekt wie ein Kreis umschließen kann. Für den heutigen Teil bleiben wir in der Schriftform und versuchen, zu diesem Satz weitere Elemente hinzuzufügen. Es geht dabei um eine Art Vorerhebung, wie sinnhaft die Idee wirklich ist und ob sie sich tatsächlich in die Tat umsetzen ließe.
Folgende Elemente kommen jetzt hinzu:
- welchen Nutzen hat mein Kunde von dem Produkt/ der Dienstleistung?
- Alleinstellungsmerkmal - USP – Unique Selling Proposition
- Mein Team: wem brauche ich für die Umsetzung?
- Markt und Wettbewerb – meine eigene Einschätzung
- Marketing und Vertrieb: Was ist mein Produkt, was kostet mein Produkt, wo verkaufe ich es, wie mache ich ist bekannt? (Dies sind die so genannten vier P’s: Product, Price, Place, Promotion)
- Wer könnte mein Kunde sein?
- regional: wo sitzt mein Kunde?
- Geschlechtsspezifisch: Mann, Frau oder beide?
- Alter dieses Kunden
- Interessen, Hobbies
- Schutzmöglichkeit meiner Idee
- Zeitplan
Die oben genannten Punkte müsse nicht streng in dieser Reihenfolge abgearbeitet werden, sondern können frei formuliert werden. Wichtig ist es, die Schlüssigkeit herauszuarbeiten. Die Formulierung erfolgte aus der Ich-Perspektive, ohne dabei schon in konkreter Marktforschung oder näherer Prüfung der Einzelheiten tätig zu werden. Das kommt später.
Schließlich geht es im jetzigen Stadium darum, sich selbst klar zu werden, was man eigentlich vorhat und wie sinnvoll das Ganze ist.
Nun könnte auf unserem Blatt Papier zum Beispiel stehen:
Ein Fahrrad, das nur noch 25% der normalen Tretenergie erfordert und dabei gleich viel kostet wie ein gutes Mountainbike. Es gibt eine Herren-, eine Damen- sowie eine Kinderversion. Das Fahrrad ist leicht zu bedienen und ermöglicht es auch älteren Menschen, sich damit fortzubewegen. Die Idee kann meiner Einschätzung nach patentrechtlich geschützt werden. Das Rad ist exklusiv im Internet erhältlich und wird vor allem im Internet beworben. Es ist damit möglich, weitere Strecken zu fahren, ohne ins Schwitzen zu kommen. Kinder können mit ihren Eltern mithalten. Fahrradtouren werden beliebter. Doch die Einfachheit der technischen Lösung halten sich die Kosten in Grenzen und jeder kann sich dieses Fahrrad leisten. Um es zu planen und zu produzieren, brauche ich einen CAD-Zeichner und einen Maschinenbauer. Ich bin für die Projektgesamtleitung, kaufmännische Fragen, Vorgabe und Weiterentwicklung des Produktes und den Vertriebsaufbau zuständig. Ich bin überzeugt, dass es dieses Produkt noch nicht gibt und daher ein entsprechender Markt vorhanden ist. Potentielle Wettbewerber sind mir nicht bekannt. Ich möchte einen Prototypen bis Jahresende fertig stellen und die Idee patentrechtlich schützen lassen. Im darauffolgenden Jahr sollen eine Vorserie produziert und ein Roadshow veranstaltet werden.
Jetzt liegt das Projekt schon um einiges klarer vor uns. Wir haben es sozusagen (aus der Ich-Perspektive) zum Leben erweckt. Später werden wir uns mit konkreter Marktforschung und weiteren notwendigen Erkundigungen beschäftigen. WICHTIG: Behalten Sie alle Ihre schriftlichen Unterlagen gut auf und geben Sie diese (alle, auch die Schmierzettel) in einen Ordner, chronologisch sortiert. Im nächsten Schritt gehen wir wieder zurück und versuchen, einen anderen Menschen in möglichst kurzer Zeit von unserem Projekt zu überzeugen.

