Zahlen Tiroler Touristiker ihre Mitarbeiter aus Nächtigungszahlen?
Wie die Tiroler Tageszeitung (TT) berichtet, würden die Tiroler Touristiker ob des “Gästerekordes” der abgelaufenen Wintersaison 2009/2010 aufatmen. Zwar ist ein absoluter Nächtigungsrückgang um 1,4% kaum ein “Rekord”, doch mir geht es hier um Anderes: Die Preisfrage, wovon ein Hotelier seine Mitarbeiter bezahlt: Von den Nächtigungszahlen, oder vom erzielten Umsatz?
Man muss wohl nicht BWL studiert haben, um zur Erkenntnis zu gelangen, dass es auch im Tourismus die Einnahmen sind, von denen die Ausgaben zu bestreiten sind. Nächtigungszahlen sind nett und geben Aufschluss über die Auslastung eines Betriebes, doch nicht über dessen Fähigkeit, anstehende Zahlungen zu tätigen.
Tourismusverbände und Interessensvertreter warnten schon vor der vergangenen Wintersaison vor Preisdumping, was viele Betriebe nicht davon abhielt, es doch zu tun, um ihre Betten zu füllen. Hinter vorgehaltener Hand hört man nun von Umsatzeinbrüchen im zweistelligen Prozentbereich. Der Trend zum Kurzurlaub und zum Sparen im Urlaub setzte sich fort. Da man aber bei unveränderter Auslastung nicht bei den Kosten sparen konnte, graut vielen Hoteliers schon vor dem Abschlussbericht des Steuerberaters, und dem anstehenden Bankgespräch.
Von alldem hört man in der Tirol Werbung nichts, deren Chef Josef Margreiter spricht laut TT gar davon, dass man “weit über den Erwartungen bilanzieren konnte”. Was soll er auch anderes sagen – einerseits fehlt der Einblick in die betriebsinternen Buchhaltungen, und so kann man nur die offiziellen Nächtigungszahlen als Benchmark heranziehen – und andererseits wird man sich als oberste Marketinginstanz Tirols nicht selbst in die Nesseln setzen.
Wie es tatsächlich im Tiroler Tourismus aussieht, zeigt ein Blick in die Insolvenzdatei der Justiz, wo sich die Einträge insolventer Betriebe stetig erhöhen.
Und so bleibe ich auch 2010 bei meiner Meinung: Wer JETZT nicht alle Hebel in Bewegung setzt und seinem Betrieb damit einen Wettbewerbsvorteil für die kommende Sommer- und folgende Wintersaison verschafft, wird vielleicht schon bald vor schmerzlichen Veränderungen stehen. Nutzen Sie jede Möglichkeit, Marketing in Eigenregie zu machen. Hier auf conserio finden Sie viele Tipps dafür.

